Arzneiausgaben

Ausnahme-Monat September

Die Dynamik im September widerspricht dem bisherigen Verlaufsmuster der Ausgabenentwicklung in diesem Jahr. Ein Motor dieses Trends sind Ärzte, die wieder verstärkt neue Präparate verordnen.

Von Dr. Florian Staeck Veröffentlicht: 12.11.2013, 05:30 Uhr

FRANKFURT/MAIN. Im September haben die Arzneimittel-Ausgaben zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen an Tempo zugelegt.

Sie stiegen um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 2,58 Milliarden Euro, meldet das Beratungsunternehmen IMS Health.

Bei dieser Angabe sind die Apothekenverkaufspreise zugrunde gelegt. Abgezogen wurden davon bereits die Zwangsrabatte für Hersteller und Apotheken.

Die Zahl der abgegebenen Packungen belief sich im September auf 54,4 Millionen - ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum September 2012. Berücksichtigt werden muss hierbei, dass der diesjährige September einen Arbeitstag mehr hatte als der des Vorjahres.

Rückläufige Tendenz bei Impfstoffen

Der September 2013 widerspricht dem bisher beobachteten Verlaufsmuster der Entwicklung der Arzneiausgaben: Danach verzeichnete der Anfangsmonat eines Quartals ein vergleichsweise starkes Wachstum. Demgegenüber nahm die Ausgabendynamik im zweiten und dritten Monat eines Quartals deutlich ab.

Mit dem deutlichen Wachstum im September ergibt sich im dritten Quartal eine Steigerungsrate von insgesamt 7,4 Prozent. Im zweiten Vierteljahr betrug die addierte Zuwachsrate noch 6,1, im ersten Quartal 2,2 Prozent.

Aufaddiert verzeichnen die Krankenkassen im bisherigen Jahresverlauf Ausgaben für Arzneimittel und Impfstoffe in Höhe von 23,55 Milliarden Euro - fünf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Betrachtet man das Segment der Impfstoffe für sich genommen, so zeigt sich bei Ausgaben von 619 Millionen Euro eine leicht rückläufige Tendenz (-0,2 Prozent).

Die Menge der abgegebenen Packungen nimmt in den drei Quartalen um 2,8 Prozent auf 519,2 Millionen zu.

Strukturkomponente legt wieder stärker zu

Ausschlaggebend für den September ist IMS Health zufolge die sogenannte Strukturkomponente gewesen. Dieser Indikator spiegelt Änderungen im ärztlichen Verordnungsverhalten wider. Verordnen Ärzte verstärkt neue, innovative Präparate, ist die Strukturkomponente positiv.

Im Jahresverlauf zeichnet sich eine Trendwende bei dieser Komponente ab. Im ersten Quartal war dieser Indikator mit minus 1,5 Prozent noch negativ. Im zweiten Quartal betrug dieser Wert 2,3 Prozent, von Juli bis September dann 3,4 Prozent.

Untersucht man daraufhin die zehn führenden Arzneigruppen, ergeben sich deutliche Zuwächse lediglich bei Anti-TNF-Produkten (plus 14,7 Prozent), bei Antineoplastika (17,7 Prozent) und bei Immunsuppressiva.

Gerade bei Krebstherapeutika ist zu berücksichtigen, dass dieses Wachstum mit einem Trend zu immer mehr ambulanten Behandlungen einhergeht.

Der Zwangsrabatt der Hersteller zu Gunsten von GKV und PKV addiert sich nach drei Quartalen auf 2,28 Milliarden Euro, davon entfallen allein rund 1,94 Milliarden Euro auf die GKV. Dies entspricht bei der GKV einem Zuwachs von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Belastung der Apotheken durch Rabatte hat im Vergleich zu 2012 dagegen um rund zehn Prozent abgenommen und beläuft sich bisher auf 830 Millionen Euro.

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