Gebärmutterhalskrebs

Barmer GEK will HPV-Test bezahlen

Die Krankenkassen halten den HPV-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs für überlegen im Vergleich zum Pap-Abstrich. Die Barmer GEK will die Kosten dafür tragen.

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Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, setzt sich für den HPV-Test als Kassenleistung ein.

Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, setzt sich für den HPV-Test als Kassenleistung ein.

© Jörg Carstensen / dpa

BERLIN. Die gesetzlichen Krankenkassen, allen voran die Barmer GEK, drängen auf die Kostenübernahme des HPV-Tests zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Derzeit müssen Patienten die Kosten hierfür selbst tragen.

"Der Test ist sensitiver und erkennt bösartige Zellveränderungen früher als die seit Jahrzehnten von der Kasse bezahlte Abstrichuntersuchung", betonte Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, bei der Vorstellung des Arztreports der Kasse am Donnerstag in Berlin. Der Bericht enthält eine Schwerpunktanalyse zur Versorgung bei Gebärmutterhalskrebs.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat bis April 2016 im Auftrag des Gesetzgebers die Richtlinie zur Krebsfrüherkennung zu ändern. Mehr Frauen sollen von Untersuchungen profitieren. In welche Richtung die Anpassung der Richtlinie geht, ist bislang unklar.

Eindeutig ist nur, dass Kassen künftig alle Versicherten zur Vorsorge einladen sollen. Grundsätzlich halten die Krankenkassen künftig die HPV-Untersuchung für Frauen zwischen 30 und 60 Jahren für sinnvoll. Die Ärzteschaft will am konventionellen Pap-Test festhalten, dem sich Frauen alle zwei Jahre in der Praxis unterziehen sollen.

KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen zeigte sich erstaunt über das Voranpreschen der Barmer. Der Abschlussbericht des IQWIG zur Nutzenbewertung des HPV-Tests habe Hinweise, aber keine Belege für einen Nutzen ergeben, so Gassen.

Gegenläufige Tendenzen beim Zervixkarzinom

Der Arztreport der Barmer, erstellt von Wissenschaftlern des AQUA-Instituts, zeigt gegenläufige Tendenzen beim Zervixkarzinom.

Einerseits sank die Sterblichkeit zwischen 2002 und 2012 um 16 Prozent. Auch gab es weniger stationäre Fälle. Andererseits ist der Anteil der Frauen, bei denen ein Zervixkarzinom oder eine Vorstufe dokumentiert wurde, seit 2005 um ein Drittel gestiegen.

Im Jahr 2013 waren den Autoren zufolge rund 77.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkrankt. Weitere 60.000 litten an einer lokal begrenzten Form des Krebses.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung seit 2007 für Mädchen zwischen 12- und 17 Jahren, seit August 2014 für neun- bis 14-Jährige. Bundesweit wurden mit 55 Prozent die höchsten Impfraten für den Geburtsjahrgang 1996 erreicht. (mam)

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