Institutsgründung

Barmer will Daten Leben einhauchen

Neues Institut soll Aktivitäten der Krankenkasse in der Gesundheitsforschung vorantreiben.

Veröffentlicht: 09.06.2020, 13:27 Uhr

Berlin. Die Barmer-Krankenkasse baut ihre Aktivitäten im Bereich der Versorgungsforschung aus. Mit dem neu gegründeten Institut für Gesundheitssystemforschung, kurz „bifg“ genannt, wolle man Defizite und Fehlentwicklungen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung „gezielter aufdecken“, teilte die Krankenkasse am Dienstag in Berlin mit. Zum anderen gehe es darum, vorhandene Datenanalysen zum Gesundheitswesen gebündelt zur Verfügung zu stellen.

„Das bifg als Kompetenzzentrum soll Wissenslücken schließen und objektive Antworten darauf geben, wie sich die Versorgung der Versicherten verbessern lässt“, sagte der Barmer-Vorstandsvorsitzende Professor Christoph Straub.

Ziel sei auch, Einfluss auf die Gestaltung der Gesundheitsversorgung zu nehmen. Seit vielen Jahren nehme die Kasse hier eine Vorreiterrolle ein, indem sie anonymisierte Versichertendaten zu Forschungszwecken einsetze.

Daten besser nutzen

„Kernanliegen“ der Institutsarbeit sei es, die eher nüchternen Daten des Gesundheitswesens „lebendig und verständlicher“ zu machen, betonte Straub. Es gebe bereits eine „sehr große Menge“ an Gesundheitsdaten. Diese würden jedoch an unterschiedlichen Stellen vorgehalten. Überdies seien die Daten mitunter recht komplex und nicht immer „optimal nutzbar“.

Der wissenschaftliche Beirat des Instituts setzt sich aus profunden Kennern des Gesundheitswesens zusammen. Für die Institutsarbeit gewinnen konnte die Krankenkasse die beiden Klinikexperten Professor Boris Augurzky und Professor Thomas Mansky, ferner den Versorgungsforscher und Vorsitzenden der Wissenschaftlichen Kommission für ein modernes Vergütungssystem (KOMV), Professor Wolfgang Greiner, die Gesundökonomin Professor Leonie Sundmacher, die Arzneimittelexpertin Professor Petra Thürmann sowie den Gesundheitsökonomen und Vorsitzenden des Erweiterten Bewertungsausschusses in der vertragsärztlichen Versorgung, Professor Jürgen Wasem. (hom)

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