Bayerns Hausärzte versagen Fachärzten die Unterstützung

München (sto/eb). Bei den Protesten der Fachärzte in Bayern geht es nicht ums Honorar. "Es geht darum, wie viel den Patienten für die ambulante Facharztmedizin zur Verfügung gestellt wird", so der Vorsitzende des Deutschen Facharztverbandes (DFV), Dr. Thomas Scharmann, beim zweiten bayernweiten Protesttag am Dienstag. Auf Solidarität der Hausarztkollegen können die Fachärzte aber nicht zählen.

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Bis zur Bundestagswahl im September wollen die Fachärzte in Bayern künftig an jedem vierten Dienstag im Monat ihre Praxen schließen, um die Bevölkerung über eine drohende Verknappung medizinischer Leistungen zu informieren, kündigte Scharmann an. Die völlig gescheiterte Honorarreform führe unweigerlich zu einer "vergütungsadaptierten Versorgung", so Scharmann. Rund 8000 Fachärzte haben sich nach Scharmanns Angaben am Dienstag in Bayern an den Aktionen beteiligt. Damit waren etwa 80 Prozent der Facharztpraxen geschlossen, sagte Scharmann am Rande der zentralen Protestveranstaltung auf dem Münchner Marienplatz. An der Kundgebung nahmen rund 500 Ärzte teil. Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder sagte dort den Ärzten seine Unterstützung zu. Kein Arzt dürfe weniger verdienen als vor der Honorarreform, erklärte Söder. Unterdessen hat der neu gegründete bayerische Facharztverband angekündigt, das in Erlangen gestartete Korbmodell, mit dem die Fachärzte in der Universitätsstadt ihre Kassenzulassung geschlossen zurückgeben wollen, auf den Kurort Bad Gögging übertragen zu wollen.

Fachärzte wollen Regionen für Korbmodell ausweiten.

Keinen Rückenwind bekommen die Fachärzte vom Hausärzteverband. Der wirft den Fachärzten vor, mit gespaltener Zunge zu reden. Von den Fachkollegen vor Ort würden die Hausärzte zur Zeit intensiv umworben, um die Proteste zu unterstützen, aber bei öffentlichen Auftritten würde von den gleichen Kollegen immer wieder die Qualität der Hausärte kritisiert. Protestiert wurde gestern auch in Dresden. Dort gingen Dermatologen auf die Straße, um darauf aufmerksam zu machen, dass ihnen pro Patient und Quartal nur 16 Euro zur Verfügung stehen. Pädiater, HNO- und Augenärzte unterstützten den Protest.

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