Leitartikel

Betriebliche Gesundheitsförderung ist Chefsache

Gerade in Kleinbetrieben steht und fällt das Gesundheitsmanagement mit dem Engagement der Geschäftsführung. Eine Stellschraube, an der auch Politiker und Kassen gezielt ansetzen können. Es lohnt sich, wie ein Beispiel aus Berlin zeigt.

Von Angela MisslbeckAngela Misslbeck Veröffentlicht:
Der Betriebsarzt in der Arbeitsmedizin ist vor allem in der Prävention tätig.

Der Betriebsarzt in der Arbeitsmedizin ist vor allem in der Prävention tätig.

© Klaus Rose

Kassen sollen künftig deutlich mehr in betriebliche Gesundheitsförderung investieren. Das ist im Rahmen des geplanten Präventionsgesetzes vorgesehen.

Doch wie sieht gutes Gesundheitsmanagement im Unternehmen aus? Beispiele zeigen: Erfolgsfaktoren sind keineswegs immer Betriebsärzte. Unabdingbar sind aber das Engagement des Managements und genaue Analysen.

Vor acht Jahren zum Beispiel steckte Moll Marzipan tief in der Krise. Das mittelständische Berliner Unternehmen machte Miese, erhielt jede Menge Reklamationen, und der Krankenstand des Personals lag über zehn Prozent.

Heute gehört Moll Marzipan zu den erfolgreichen Produktionsbetrieben der Hauptstadt. Der Zulieferer hat neue Mitarbeiter eingestellt und ein Projekt der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) gestartet, um die Motivation der Mitarbeiter zu steigern.

Es muss Mitarbeitern Spaß machen

Mit Erfolg: Die Rate der schweren Reklamationen wurde innerhalb von drei Jahren um 91 Prozent gesenkt, aus der Verlustzone ist das Unternehmen seit 2008 heraus, und der Krankenstand ist auf konstante drei Prozent gesunken.

Zugleich beteiligen sich die Mitarbeiter stark am Vorschlagswesen. Das allein hat 2012 nach Angaben von Geschäftsführer Armin Seitz zu Einsparungen von 71.000 Euro geführt.

Die Kosten für das BGF-Projekt liegen bei rund 25.000 Euro pro Jahr. "Allein über den Krankenstand und das Vorschlagswesen erreichen Sie einen sehr guten Payback", so Seitz.

Seine Prinzipien für die Gesundheitsförderung im Unternehmen: BGF ist eine Aufgabe für das Top-Management und ein Dauerläufer. Es muss den Mitarbeitern Spaß machen, und jedes Angebot soll auch privat anwendbar sein...

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