BKK-Projekt

Betriebskassen setzen auf Schulung in Kitas

Der BKK Landesverband Bayern bietet Erziehern in Kitas und Eltern Unterstützung an. Im Fokus ist dabei die emotionale Entwicklung der Kinder – sichere Bindung und gesunde Entwicklung gehörten zusammen.

Veröffentlicht: 03.02.2017, 09:00 Uhr

MÜNCHEN. Mit einem Präventionsprojekt in Kindergärten wollen die Betriebskrankenkassen in Bayern späteren chronischen und psychischen Erkrankungen vorbeugen. "Je früher wir auf die emotionale Entwicklung von Kindern achten, desto stabiler ist die Gesundheit im Alter", sagte die Chefin des BKK Landesverbandes Bayern, Sigrid König, bei der Vorstellung des Projekts in München.

Zusammen mit dem Staatsinstitut für Frühpädagogik bietet der Landesverband daher Workshops für Erzieher an Kindertagesstätten, aber auch Elternabende zur Prävention an. "Kinder, die in einem feinfühligen Beziehungsumfeld aufwachsen, haben bessere Chancen, zu psychisch-emotional starken Menschen heranzuwachsen und weniger anfällig für psychische aber auch für körperliche Erkrankungen zu sein", sagte König.

Denn psychische und körperliche Krankheiten begünstigten sich gegenseitig. So machten beispielsweise schwerwiegende psychosoziale Belastungsfaktoren wie Misshandlung oder Vernachlässigung krank. "Aber auch mangelnde Zuwendung oder einschneidende Veränderungen im familiären Umfeld erhöhen die Wahrscheinlichkeit, psychisch oder körperlich im weiteren Lebensverlauf zu erkranken," fügte König hinzu.

Das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 oder koronaren Herzerkrankungen zu erkranken, nehme um das Zwei- bis Vierfache zu, wenn in der frühen Kindheit mehrere Belastungsfaktoren zusammenkämen.

Auch die wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik, Julia Berkic, verwies auf den Zusammenhang zwischen sicherer Bindung in der Kindheit und einer gesunden psychischen und körperlichen Entwicklung. Alle feinfühligen Erfahrungen, die ein Kind in den ersten sechs Lebensjahren mache, leisteten einen Beitrag zur positiven Entwicklung auf sozial-emotionaler, aber auch kognitiver und gesundheitlicher Ebene, sagte die Psychologin. Wenn die Beziehungen zwischen Erziehern sowie Eltern und Kind "kontinuierlich und feinfühlig gestaltet werden, können sie die kindliche Entwicklung positiv mit beeinflussen".

Nach Angaben von Berkic sollen Eltern und Erzieher im Rahmen des Präventionsprojektes dafür sensibilisiert werden, "welche emotionalen Grundbedürfnisse Kinder im Kindergartenalter zeigen und in welchen Situationen sie welche Unterstützungsangebote brauchen".

Zunächst würden für Erzieher in städtischen Kitas in München und die Eltern Workshops zu Themen wie dem Umgang mit Gefühlen aber auch Grenzen-Setzen angeboten. Das Angebot soll später auf ganz Bayern ausgeweitet werden.

Darüber hinaus haben das Staatsinstitut für Frühpädagogik und der BKK-Landesverband eine Broschüre für Eltern und Erziehungspersonal an Kindergärten veröffentlicht. Das Heft mit dem Titel "Feinfühligkeit von Eltern und ErzieherInnen. Beziehungen mit Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren gestalten" ist im Internet unter www.bkk-bayern.de abrufbar. (bsc)

Je früher wir auf die emotionale Entwicklung von Kindern achten, desto stabiler ist die Gesundheit im Alter.

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