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Rezeptfreie "Pille danach"

Bremer Politik und Ärzte im Clinch

Die SPD in Bremen will die "Pille danach" von der Rezeptpflicht befreien. Die Gynäkologen in der Hansestadt halten wenig davon. Sie befürchten einen Verlust der ärztlichen Beratung.

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Hübscher Mund, gelbe Tablette.

Hübscher Mund, gelbe Tablette.

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BREMEN. Die "Pille danach" rezeptfrei? In Bremen streiten Ärzte und Politik.

Während die Bremer SPD und die Frauenbeauftragte des Landes, Ulrike Hauffe, sich für eine rezeptfreie Abgabe des Wirkstoffs Levonorgestrel (LNG) aussprechen, fürchtet der Gynäkologenverband, mit der Verschreibung auch eine wichtige Beratungssituation zur Schwangerschaftsverhütung zu verlieren. Das sagt Dr. Andreas Umlandt, Vorsitzender des Bremer Gynäkologenverbandes.

Die Bremer SPD hatte im vergangenen Frühjahr eine entsprechende Initiative im Bundesrat eingebracht - und war gescheitert. Im Herbst legte die SPD-Bundestagsfraktion mit einem Antrag nach.

Noch in dieser Legislaturperiode solle die Regierung die Rezeptpflicht für LNG abschaffen. Hauffe argumentiert, die freie Verfügbarkeit des Medikaments sei eine Frage der sexuellen Selbstbestimmung.

"Obwohl die ,Pille danach‘ in 78 Ländern, davon 28 in Europa, rezeptfrei verfügbar ist und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte schon 2003 eine Freigabe empfohlen hat, gibt es in Deutschland Widerstände, die Verschreibungspflicht aufzuheben", sagt Hauffe. "Aus Frauensicht ist dies ein unhaltbarer Zustand."

Die Vorbehalte der Frauenärzte führt Hauffe auf "Sorge um finanzielle Einbußen" zurück.

Umlandt weist das Geld-Argument zurück und führt dagegen medizinische Gründe an: Wenn es in den Familien der Frauen Thrombosen gegeben habe, sei die Gefahr einer Thrombose im Vergleich zur Antibaby-Pille um das zehn- bis 15-fache erhöht, wenn die Patientinnen LNG einnähmen. Das müsse im Gespräch geklärt werden.

"Bei den Verschreibungen der Pille danach zeigt sich oft, dass die Verhütung bei den betreffenden Frauen nicht gut organisiert ist. Dieser Umstand ruft nach einer Beratung", sagt Umlandt.

"Bei einer rezeptfreien Abgabe des Medikamentes fiele diese Beratung weg." Der Gynäkologe verweist auf die positiven Folgen der Beratungspraxis, nicht nur von Ärzten, in Deutschland.

"Zwischen 2002 und 2011 sind die Schwangerschaftsabbrüche um 16 Prozent zurück gegangen, bei Teenagern sogar um 45 Prozent", sagt Umlandt. (cben)

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