Neue Online-Plattform

COVID-19-Strategie: Risikoabschätzung mit mehr wissenschaftlicher Expertise

Vertreter ärztlicher Fachgesellschaften warnen vor einem Mangel an wissenschaftlichem Diskurs in der COVID-19-Strategie. Sie haben zum Austausch daher eine neue Online-Plattform gegründet.

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Berlin. Im Vorfeld des Spitzentreffens von Bund und Ländern am Mittwoch ist eine Gruppe von Ärzten und Wissenschaftlern angetreten, Beiträge zur Versachlichung der Öffnungsdiskussionen zu leisten.

Dafür haben Vertreter von Wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Einzelsachverständige am Wochenende eine Plattform (https://covid-strategie.de/) eröffnet. Ziel ist es, „für einen stärkeren wissenschaftlichen Diskurs und eine interdisziplinäre Risikoeinschätzung in Vorbereitung von politischen Entscheidungen in der Pandemiebekämpfung zu werben.

Zu den Gründern der Initiativ-Gruppe zählt auch der ehemalige Gesundheitsweise Professor Matthias Schrappe und eine Autorengruppe von Ärzten, Hochschullehrern und Pflegefachleuten, die die Corona-Politik seit einem Jahr mit bislang sieben Thesenpapieren begleitet hat. Zudem werden Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene aufgeführt. Die Krankenhaushygieniker hatten im vergangenen Frühjahr während des ersten Lockdowns als erste eine Öffnungsstrategie vorgestellt.

Es gebe zu wenig Platz für den wissenschaftlichen Diskurs im Vorfeld der politischen Entscheidungsfindung, monieren die Wissenschaftler. „Es herrscht der Eindruck, dass Positionen, die nicht zum fest geprägten Standpunkt der Entscheidungsträger passen, nicht berücksichtigt werden auch wenn sie die Entscheidungsfindung schärfen und die Suche nach der besten Lösung befördern können“, kritisieren die Initiatoren in einer ersten Veröffentlichung. Es fehle ein unabhängiges Expertengremium, das politische Pläne einer Risikoabschätzung unterziehen könne. (af)

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