Drogenbericht

Cannabis ist Droge Nummer 1

Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte Droge in Deutschland. Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung sieht Fortschritte in der Suchtprävention – aber auch Baustellen.

Veröffentlicht: 05.11.2019, 13:34 Uhr
Nach wie vor wird viel in Deutschland gekifft.

Nach wie vor wird viel in Deutschland gekifft.

© Richard Villalon / stock.adobe.com

Berlin. Die Bundesbürger rauchen seltener, greifen aber häufiger zu Wasserpfeifen, E-Zigaretten oder Tabakerhitzern.

Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Drogen- und Suchtbericht 2019 hervor. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig (CSU) sagte, der Bericht zeige, wo es Baustellen und Fortschritte in der Suchtprävention gebe.

Gute Entwicklungen sehe man beim Thema Tabak. Rauchen werde langsam out. Laut Bericht ist die Raucherquote bei Erwachsenen in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gesunken: von knapp 37 Prozent im Jahr 1997 auf zuletzt 26 Prozent.

Raucherquote stetig gesunken

Dafür steige der Konsum von E-Zigaretten an, sagte Ludwig. Das sei ein Grund mehr für ein Außenwerbeverbot sowohl für Tabak- wie auch für Dampfprodukte.

Bei illegalen Substanzen bleibt Cannabis dem Bericht zufolge weiter die am häufigsten konsumierte Droge – sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 19 Prozent der Jugendlichen gaben demnach an, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben. Bei den jungen Erwachsenen waren es 42,5 Prozent.

Substanzen wie Heroin, neue psychoaktive Stoffe oder Kokain wurden dagegen weniger konsumiert. Dennoch seien opioidhaltige Substanzen wie Heroin weiter Hauptursache, weshalb Menschen an Drogen verstürben.

Laut Bericht blieb die Zahl der Drogentoten 2018 im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Insgesamt kamen vergangenes Jahr 1276 Menschen durch Drogenkonsum ums Leben. 2017 waren es 1272.

Substitution durch Ärzte stärken

Ein Eigenbedarf bei harten Drogen wie Kokain oder Heroin komme für sie „absolut nicht infrage“, betonte Ludwig. Wichtiger sei es, suchtkranke Menschen etwa durch flächendeckende Substitution zu unterstützen. „Hierfür müssen wir mehr Ärzte gewinnen.“

Die Grünen-Sprecherin für Drogenpolitik, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, sagte, bei der Prävention der legalen Drogen Alkohol und Tabak sei noch Luft nach oben. „Die Alkoholprävention im Hochkonsumland Deutschland stagniert auf minimalem Level.“

Die Koalition nähere sich mit Trippelschritten einem Tabakwerbeverbot an. Dabei wäre ein Sprint nötig. Es sei peinlich, dass Deutschland das letzte EU-Land sei, in dem großflächig für Zigaretten und andere Tabakprodukte geworben werde. (hom)

Dieser Beitrag wurde aktualisiert am 05.11.2019 um 16:19 Uhr.

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