Berufspolitik

D-Ärzte werden alle fünf Jahre rezertifiziert

BERLIN (sun). Die Zahl der Arbeitsunfälle ist in den letzten Jahren deutlich gesunken - vor allem dank einer erfolgreichen Prävention. Nun will die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ihre Verfahren neu strukturieren.

Veröffentlicht: 29.03.2010, 05:00 Uhr

"Durch die Reduktion der Arbeitsunfälle steigt insgesamt der Anteil der schweren Unfälle", sagte Leiter der DGUV, Joachim Breuer der "Ärzte Zeitung". Insbesondere plane man daher, die Versorgung schwerer und schwerster Verletzungen noch weiter zu verbessern, da dies ein Kerngebiet der Unfallversicherung sei. Aber auch insgesamt setzt man auf Qualitätssicherung: "Noch spüren wir den Ärztemangel nicht, kämpfen aber auch bei unseren Medizinern mit der demografischen Entwicklung", so Breuer. Gerne möchte man bereits jetzt einem möglichen Ärztemangel vorbeugen und unter anderem aus diesem Grund die Behandlungen bundesweit konzentrieren.

Derzeit gebe es in Deutschland etwa 3400 sogenannte Durchgangsärzte (D-Ärzte), die Behandlungen von Unfallopfern im Beruf vornehmen dürfen. Diese haben rund drei Millionen zu behandelnde Fälle. Daneben gibt es noch etwa 2800 an der Heilbehandlung beteiligte Ärzte, die auch Berufsunfallopfer sehen dürfen. Dieses Heilungs-Arzt-Verfahren soll aber im Herbst 2010 auslaufen.

Die bisher unbefristete Beteiligung von D-Ärzten soll jeweils nach fünf Jahren noch einmal überprüft werden. Zudem dürfen dann nur die Ärzte an dem System teilnehmen, die mindestens 250 Fälle pro Jahr behandeln. "Sonst haben die Ärzte bei den oft sehr speziellen Behandlungen nicht genügend Routine", betonte Breuer. Jeder D-Arzt wird darüber hinaus zu regelmäßigen Fortbildungen verpflichtet. Langfristig solle auch die Qualität der Ergebnisse überprüft werden. "Schließlich sollen die Menschen schnell wieder fit für den Beruf sein", so Breuer.

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