Palliativmedizin

DEGAM gegen neuen Facharzt

Die Allgemeinmediziner wollen keinen „Facharzt für Palliativmedizin“ in der Weiterbildungsordnung. Für den Nutzen dieser Spezialisten gebe es keine Evidenz.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat sich gegen die Einführung einer Facharztweiterbildung für Palliativmedizin ausgesprochen. Es gebe keine „fachtypischen Prozeduren oder Techniken“, heißt es in einem aktuell veröffentlichten Positionspapier der Fachgesellschaft.

Die häufigsten Maßnahmen wie Medikation, Pflege und Angehörigebetreuung seien vielmehr typisch hausärztliche Tätigkeiten. „Eine flächendeckende Versorgung mit Palliativspezialisten ist (...) weder personell machbar noch bezahlbar“, so die DEGAM.

Zudem gebe es keine Evidenz für eine bessere Versorgung durch „Fachspezialisten“. Auch sei eine weitere „Fragmentierung der Versorgungslandschaft nicht wünschenswert“.

Hintergrund für die DEGAM-Kritik sind Forderungen etwa der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) nach einer solchen Weiterbildungsreform.

Auf dem letzten Deutschen Ärztetag, 2018 in Erfurt, kam es darüber zu heftigem Streit. Dort wollten einige Delegierte die Anforderungen an die Zusatzweiterbildung im Rahmen der novellierten Musterweiterbildungsordnung deutlich ausdehen. Nach Interventionen vor allem von den Hausärzten lehnte das Ärzteparlament diesen Vorstoß jedoch ab.

In Deutschland gibt es laut der jüngsten Ärztestatistik der Bundesärztekammer rund 11.600 berufstätigen Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Laut DEGAM ermöglichten diese heute schon eine „nahezu flächendeckende“ palliativmedizinische Versorgung. (nös)

Mehr zum Thema

126. Deutschen Ärztetages

Ärztliche Freiheit und weibliche Führung gefordert

126. Deutscher Ärztetag

Lauterbachs Reform-Agenda lässt die GOÄ außen vor

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentare lesen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der Bundesgesundheitsminister bei der Eröffnung des 126. Deutschen Ärztetags. Bei der neuen GOÄ beißt BÄK-Präsident Reinhardt bei Karl Lauterbach auf Granit.

© Michaela Illian

126. Deutscher Ärztetag

Lauterbachs Reform-Agenda lässt die GOÄ außen vor