Organspende

DSO meldet Höchststand bei Organspenden

FRANKFURT (bee). Die Zahl der Organtransplantationen hat im vergangenen Jahr in Deutschland einen Höchststand erreicht. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden 1296 Menschen nach ihrem Tod Organe entnommen, 79 mehr als im Jahr 2009.

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Organspendeausweis: Die Zahl der Transplantationen steigt, Experten sehen aber noch viel Potenzial nach oben.

Organspendeausweis: Die Zahl der Transplantationen steigt, Experten sehen aber noch viel Potenzial nach oben.

© dpa

Deutlich ist auch die Zahl der gespendeten Organe gestiegen: Wurden 2009 noch 3897 Organe gespendet, sind es 2010 bereits 4205. Vor allem in der DSO-Region Nord, dazu gehören die Länder Bremen Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sowie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind die Transplantationszahlen deutlich gestiegen.

So gab es in der DSO-Region Mitte 2009 noch 312 Transplantationen, 2010 waren es 444. Auch die Zahl der Organspender ist gestiegen, von 139 auf 202.

Im Norden sind die gespendeten Organe von 665 auf 729 gestiegen. "Das zeigt, dass hierzulande genügend Potenzial vorhanden ist, um die Organspendezahlen noch zu steigern", sagte Professor Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der DSO in einer Mitteilung.

Die Zahlen zeigen aber auch, dass in einigen Bundesländern noch deutlich Nachholbedarf ist, wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen: 2009 gab es hier 259 Organspender, 2010 sind es drei weniger, auch die Zahl der gespendeten Organe ging von 839 auf 804 zurück. Auch die Transplantationen, die in Kliniken in NRW durchgeführt wurden, stagnieren bei rund 900.

Die DSO sieht die Diskussion über neue Gesetze zur Transplantation skeptisch. Wichtiger sei es, bessere Rahmenbedingungen für Kliniken zu schaffen. So sollte die Meldepflicht in den Kliniken bundesweit vereinheitlicht werden, fordert DSO-Vorstand Kirste.

Als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung bezeichnete Kiste das 2010 gestartete Projekt der Inhousekoordination. Erste Ergbnisse könne man allerdings erst Ende 2011 sehen, sagte DSO-Sprecherin Birgit Blome im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Um die Zahl der Organspenden in Deutschland zu steigern sei auch eine bessere Zusammenarbeit und Koordination aller Partner nötig. Dazu gehören neben Ärzten, Kliniken und Organisationen auch die Krankenkassen.

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