Direkt zum Inhaltsbereich

Transfusion in der Luft

Der Blut-Helikopter

Ein Schwerverletzter braucht eine Transfusion, aber der Transport dauert vielleicht zu lang. Die Lösung: Im Pilotprojekt „Heliblut“ in Greifswald erhalten Patienten Blut „on the fly“.

Veröffentlicht:
Ein Haubschrauber des Typs EC 145 wurde in Greifwald mit Blutkonserven bestückt. (Bild zeigt nicht den konkreten Hubschrauber)

Ein Haubschrauber des Typs EC 145 wurde in Greifwald mit Blutkonserven bestückt. (Bild zeigt nicht den konkreten Hubschrauber)

© DRF Luftrettung

GREIFSWALD. Blut- und Plasmakonserven hat der Hubschrauber der DRF Luftrettung in Greifswald seit Mittwoch an Bord. Schwerverletzte Patienten mit hohem Blutverlust sollen damit schon auf dem Transportweg in die Klinik eine Transfusion erhalten können, sagte der Projektleiter „Heliblut“, der Notarzt Gregor Jenichen, zum Projektstart. Die Universitätsmedizin Greifswald sei damit die erste Klinik bundesweit, die diese Methode anwende.

In anderen Ländern sei es seit Jahren üblich, dass das Blut zum Patienten fliegt. Jenichen erwartet, dass weitere Kliniken in Deutschland dem Beispiel folgen. Dass Greifswald sich dazu entschlossen habe, liege unter anderem an den langen Transportwegen in Mecklenburg-Vorpommern. Es gebe nur drei Traumazentren - neben Greifswald in Neubrandenburg und Rostock.

Der Rettungshubschrauber nimmt Jenichen zufolge täglich eine Kühlbox mit, in der drei Blut- und drei Blutplasmakonserven bei 4 Grad Celsius gekühlt werden. Das Blut der Blutgruppe Null, Rhesusfaktor positiv werde von allen Menschen vertragen. Die Transfusion im Helikopter ist laut Jenichen bei einer Transportdauer von mehr als 20 Minuten ratsam. Sie sei wichtig bei extremem Blutverlust, etwa einem Verkehrsunfall. „Wir rechnen mit fünf bis sechs Patienten pro Jahr in Greifswald“, sagte der Notarzt.

Nicht verbrauchte Blutkonserven gehen am Abend wieder zurück in den Bestand. Es sei getestet worden, dass sie sich beim Transport nicht verändern. Die Kosten seien dadurch übersichtlich. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ausschuss-Anhörung

Durcheinander 2.0 beim Projekt Notfallversorgung: Wer hat den Hut auf?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Steve Roczen: Darum ist der MFA-Beruf für Männer interessant

Lesetipps
Ein gedeckter Tisch mit Gemüse

© san_ta / Stock.adobe.com

Metaanalyse

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung gut für Kinder?

Alle Diabetes-Patienten gegen  Herpes zoster impfen?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?

Labor

© Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Euglykämische diabetische Ketoazidose

Kasuistik: Seltene Nebenwirkung unter SGLT2-Hemmern