Spezialärzte

Der GBA braucht den Frühling

Seit einer Woche hätte die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) am Start sein sollen - hätte, denn der GBA hat es nicht geschafft. Nun wird nachgearbeitet.

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:
Daumen hoch.

Daumen hoch.

© Klaus Rose

BERLIN. Nach den Vorgaben des Versorgungsstrukturgesetzes hätte die ambulante spezialfachärztliche Versorgung am 1. Januar 2013 an den Start gehen sollen.

Den neuen Versorgungsbereich binnen zwölf Monaten auf die Beine zu stellen, ist dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) nicht gelungen.

Die unparteiische Vorsitzende des eigens dafür geschaffenen Unterausschusses, Dr. Regina Klakow-Franck, ist zuversichtlich, die allgemeinen Regeln der neuen Richtlinie am 21. März dem GBA-Plenum zur Abstimmung vorlegen zu können.

Dieses Ziel nannte Klakow-Franck bei der jüngsten Sitzung des GBA. Derzeit sind die Regelungen zur ASV im Stellungnahmeverfahren.

Der neue Sektor soll Patienten mit schweren Erkrankungen und mit schwer verlaufenden Krankheiten versorgen. Auch darüber berät der GBA noch.

"Am weitesten fortgeschritten sind wir bei den schweren Verläufen der zahlenmäßig relevantesten Tumorgruppe, den Tumoren des Magen-Darm-Traktes", sagte Klakow-Franck.

Stammzellen bleiben Kassenleistungen

Der GBA soll einen einheitlichen Rahmen schaffen, in dem Vertragsärzte und Krankenhäuser bei der Versorgung von schweren oder seltenen Erkrankungen sowie schweren Verläufen konkurrieren und kooperieren sollen.

Dabei geht es um die Qualitätsanforderungen an die interdisziplinäre und sektorübergreifende Zusammenarbeit, aber auch um die Definition der schweren Verlaufsformen sowie den der ASV zufallenden Behandlungsumfang, also die Abgrenzung zur Regelversorgung.

Erwachsenen Menschen, die am Hodgkin-Lymphom leiden, bleibt derweil eine Kassenleistung erhalten: die Behandlung per allogener Stammzelltransplantation mit einem nicht verwandten Spender.

Diese Therapie stelle für einen Teil der Patienten die einzige Behandlungsmöglichkeit mit einer Aussicht auf Heilung dar, sagte das unparteiische Mitglied, Dr. Harald Deisler.

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