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Kommentar zum GKV-Spitzenverband

Der Lopez-Effekt

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Erinnern Sie sich noch an Ignacio Lopez, den "Würger von Wolfsburg" und vormaligen Chefeinkäufer von Opel? Mit unerbittlicher Härte ohne Rücksicht auf Qualität stand dieser Manager eisern auf der Kostenbremse. Die Ergebnisse sind noch heute in Bochum und Rüsselsheim zu besichtigen.

Der GKV-Spitzenverband versucht sich als Epigone von Lopez. 160.000 Euro Durchschnittsgewinn je Arzt sind mehr genug - doch nur 69 Prozent des Umsatzes stammen aus der GKV, die aber über 90 Prozent der Patienten versichert. Das heißt: Die Ärzte gewähren der GKV schon jetzt fette Mengenrabatte.

Und noch ein Vergleich: Die GKV- Honorare der Vertragsärzte sind zwischen 2007 und 2011 um 17 Prozent gestiegen. Die aus Privatpraxis um 32 Prozent doppelt so stark. Dennoch beschwert sich der GKV-Spitzenverband darüber, dass er zu viel bezahlt, weil Ärzte angeblich mit ihren Diagnosestellungen Upcoding betreiben, um die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung zu steigern. Ein versteckter Betrugsvorwurf.

Der fällt allerdings in einem Sachleistungssystem, in dem der GKV-Spitzenverband auch Verantwortung von Inhalt und Qualität der Medizin trägt, auf die Krankenkassen zurück. Und zerstört Vertrauen. Das nennt man "Lopez-Effekt"

Lesen Sie dazu auch: Ambulante Medizin: Kassen knöpfen sich die Einzelpraxis vor

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Kommentare
Tilman Kappe 28.02.201407:16 Uhr

Auch der Kommentator ist reingefallen!

Sehr geehrter Herr Laschet,

der Durchschnittsgewinn von 160.000 € bezieht sich auf Praxen(!), nicht auf einzelne Ärzte. Es sind Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Für den Durchschnittsgewinn müßten also die 160.000 € noch durch die durchschnittliche Anzahl von Ärzten pro Praxis geteilt werden. Es gibt mitnichten nur Einzelpraxen in Deutschland!
MfG T.K.

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