Kommentar zum WIdO-Report

Der Vorgesetzte macht einen Unterschied

Unfaires Spiel von Führungskräften macht Mitarbeiter krank und führt zu höheren Fehlzeiten im Betrieb. Soziale Kompetenz ist wichtiger denn je.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:

Grobe Fouls führen zu Verletzungen. Das ist auf dem Bolzplatz der Fall – und genauso im Büro. Fehlende Wertschätzung und Kränkungen durch Vorgesetzte machen krank – seelisch und körperlich.

Der am Dienstag veröffentlichte Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK liefert Belege dafür. Beschäftigte, die sich von Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlen, fehlen demnach häufiger im Betrieb. Immerhin im Schnitt zwei Tage mehr als Beschäftigte, die von wertschätzenden und achtsamen Vorgesetzten berichten.

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Das summiert sich auf Millionenschäden für die Solidargemeinschaft, für die auch die Unternehmen in Form steigender Beitragsmittel aufkommen müssen. Schon deshalb sollten die Unternehmen großes Interesse daran haben, mehr in betriebliches Gesundheitsmanagement zu investieren. Die Großen leisten hier schon viel – viele kleinere Betriebe tun sich noch schwer damit. Entsprechende, inzwischen ausdifferenzierte Angebote der Krankenkassen helfen weiter.

Eine andere Erkenntnis aus dem Report lautet: Führungskräfte sollten nicht mehr nur nach fachlichen Fähigkeiten ausgewählt werden. Soziale Kompetenz spielt eine ebenso entscheidende Rolle im modernen Arbeitsleben.

Die Zahl psychisch bedingter Fehltage hat zuletzt deutlich zugenommen. Das lässt sich aus allen Statistiken herauslesen. Der Anstieg hat aber nicht nur mit einem wachsenden Termindruck und zunehmender Arbeitsbelastung zu tun. Auch der Vorgesetzte kann einen Unterschied machen.

Schreiben Sie dem Autor: thomas.hommel@springer.com

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