Migration

Deutsche bleiben offen

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Trotz der Rekordzuwanderung von Flüchtlingen ipräsentiert sich Deutschland als offene und gereifte Einwanderungsgesellschaft.

Trotz der Rekordzuwanderung von Flüchtlingen ipräsentiert sich Deutschland als offene und gereifte Einwanderungsgesellschaft.

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GÜTERSLOH. Trotz der Rekordzuwanderung von Flüchtlingen in den Jahren 2015 und 2016 präsentiert sich Deutschland laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung als offene und gereifte Einwanderungsgesellschaft – noch. Auf die Frage, wie Einwanderer oder Flüchtlinge von der Bevölkerung willkommen geheißen würden, antwortete eine deutliche Mehrheit mit "sehr oder eher willkommen".

70 Prozent geben an, dass Einwanderer in der Bevölkerung willkommen seien, bei Flüchtlingen sind es 59 Prozent. Die Entwicklung bei der Frage nach Einwanderern ist seit 2012 positiv: Waren es vor fünf Jahren noch 49 Prozent, stieg der Wert 2015 auf 59 Prozent. In den Jahren 2012 und Anfang 2015, also vor Beginn der Flüchtlingskrise in Europa, wurde bei der Erhebung noch nicht nach Flüchtlingen gefragt. So kann die Studie hier keine Aussage zu einer Entwicklung machen.

Allerdings verändere sich die Stimmung, nachdem rund 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen worden seien. "Viele sehen eine Belastungsgrenze erreicht. Die Bereitschaft, weitere Flüchtlinge aufzunehmen, geht deutlich zurück", heißt es in der am Freitag in Gütersloh vorgestellten Studie. 54 Prozent geben an, es sei eine Belastungsgrenze erreicht – vor zwei Jahren waren es nur 40 Prozent.

Die Zahl derer, die eine faire Verteilung in der EU fordern, ist um fünf Punkte auf 81 Prozent gestiegen. "Die Menschen in Deutschland blicken selbstbewusst darauf zurück, so viele Flüchtlinge empfangen zu haben. Sie sagen aber auch: Jetzt sind andere Länder ebenfalls an der Reihe", sagt Stiftungs-Vorstand Jörg Dräger.

Wie bereits in früheren Studien zeigt sich bei der Willkommenskultur ein deutlicher Ost-West-Unterschied. Das Auseinanderdriften hat sich laut Studie sogar noch verstärkt: Im Osten glauben 53 Prozent, dass Einwanderer willkommen seien. Im Westen sind es 74 Prozent. Bei der Willkommenskultur für Flüchtlinge ist die Ost-West-Schere sogar noch größer: Im Osten meinen nur 33 Prozent, dass die Bevölkerung Flüchtlinge mit offenen Armen aufnehme, im Westen sind es mit 65 Prozent rund doppelt so viele. (dpa)

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