Forschungsministerin Karliczek

Deutschland soll Gesundheitsnation Nummer eins werden

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat ein rund zehn Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm vorgestellt. Vor allem die Hochleistungsmedizin soll ausgebaut werden.

Veröffentlicht: 27.05.2020, 13:18 Uhr
Deutschland soll Gesundheitsnation Nummer eins werden

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, mit Maske bei der Pressekonferenz zum „Aktivierungsprogramm“.

© Michael Kappeler / dpa

Berlin. Die Gesundheitswirtschaft und die Medizinischen Fakultäten der Hochschulen zählen zu Schwerpunkten eines rund zehn Milliarden Euro schweren Investitionsprogramms des Forschungsministeriums.

Deutschland solle im kommenden Jahrzehnt zur Gesundheitsnation Nummer eins in der Welt werden, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Mittwoch in Berlin. Dazu solle vor allem die Hochleistungsmedizin ausgebaut werden.

Zunächst sollen dafür weitere 160 Millionen Euro zur Entwicklung neuer Impfstoffe und Arzneimittel bereitgestellt werden. Bereits Mitte Mai hatte die Bundesregierung ein 750-Milionen-Euro-Programm für Impfstoffstudien und eine daran anschließende Produktion von Impfstoffen in Deutschland aufgelegt.

Das am Mittwoch verkündete „Aktivierungsprogramm“ sieht ferner 500 Millionen Euro für die Förderung der medizinischen Forschungseinrichtungen in den Hochschulen aus. 250 Millionen Euro sollen in den Ausbau Künstlicher Intelligenz (KI) im Land fließen. Mit Fördergeld können auch die Fachhochschulen rechnen, wenn sie sich mit Unternehmen regional vernetzen.

Deckel für Forschungsförderung aufgebohrt

Der Förderdeckel für die steuerliche Forschungsförderung soll von derzeit 500 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro angehoben werden. Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, müssten perspektivisch sämtliche Prozesse in Forschung und Versorgung in Deutschland digitalisiert werden, sagte Karliczek.

Die Stärkung der pharmazeutischen Forschung solle zudem ein Thema der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ab dem 1. Juli werden, sagte Karliczek. Auf EU-Ebene läuft bereits seit Anfang Mai eine Sammelaktion mit dem Ziel, 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika gegen das neuartige Coronavirus zu sammeln.

Weitere Schwerpunkte des Programms sollen die Digitalisierung von bis zu 5000 mittelständischen Betrieben sein, für die 1,8 Milliarden Euro bereitstehen. Geld fließen soll auch in die Oberthemen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, besonders in die Herstellung von „grünem“ Wasserstoff aus Wind- und Sonnenenergie. (af)

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