Direkt zum Inhaltsbereich

Diagnose ist Fehlerquelle Nummer Eins

BERLIN (sun). Bei der Diagnose von Krankheiten unterlaufen den niedergelassenen Ärzten am häufigsten Fehler. Das geht aus der Statistik für Behandlungsfehler der Bundesärztekammer hervor.

Veröffentlicht:
Schere in der Brust: Nicht nur im OP passieren Fehler.

Schere in der Brust: Nicht nur im OP passieren Fehler.

© Lukasz Panek / fotolia.com

"Wer Fehler vermeiden will, muss wissen, wo sie passieren", sagte Dr. Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommission und Schlichtungsstellen, anlässlich der Vorstellung der Statistik am Dienstag in Berlin.

Daher sei es "richtig und wichtig", dass sich in der Medizin in den vergangenen Jahren eine "neue Kultur im Umgang mit Fehlern" etabliert habe.

Im Jahr 2010 beschwerten sich insgesamt 11.016 Patienten allein bei den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärzte. 7355 Anträge zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern wurden dort bearbeitet.

Dabei lag in 2199 Fällen ein Behandlungsfehler oder Risikoaufklärungsmangel vor (70,1 Prozent).

In 1821 Fällen wurde ein Behandlungsfehler als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt (24,8 Prozent), der einen Anspruch des Patienten auf eine Entschädigung begründete.

In 5,1 Prozent der Fälle lagen zwar Fehler, aber keine Ansprüche auf Entschädigung vor. In der niedergelassenen Praxis werden laut Statistik vor allem Brustkrebs, Unterarmfrakturen sowie Rückenschmerzen fehlerhaft behandelt.

Lesen Sie dazu auch: Über Orthopäden und Hausärzte wird sich am häufigsten beschwert

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Dietmar Preding 21.06.201118:05 Uhr

Diagnose ist Fehlerquelle Nr. 1

Die Kernfrage ist doch: Wieviele Patienten melden überhaupt Diagnosefehler oder wie hoch ist die Zahl derjenigen Patienten, die aus irgendwelchen Gründen diese Fehler nicht melden, z. B. nicht wissen, wo diese gemeldet werden sollten.

Dietmar Preding

Sonderberichte zum Thema

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lesetipps
Ein Arzt stellt während einer ärztlichen Konsultation und Untersuchung ein Rezept für einen Asthma-Inhalator aus.

© Goffkein / stock.adobe.com

Asthmakontrolle und SABA-Übergebrauch

Schlecht kontrolliertes Asthma: Was getan werden kann

MRT-Bild eines Schädels, das im linken Auge eine Netzhautablösung zeigt.

© James Cavallini / Science Photo Library

Aufklärung zu Risikogruppen essenziell

Netzhautablösung: Warnzeichen rechtzeitig erkennen