Schleswig-Holstein

Diakonie fordert mehr Einsatz für die Pflege

Trägerverband will erreichen, dass Kassen die Pflegeleistungen zu Tarifkosten übernehmen.

Veröffentlicht: 15.11.2018, 13:38 Uhr

RENDSBURG. Kein Eigenanteil mehr für Pflegeleistungen, mehr Personaleinsatz in der Pflege und mehr Geld für die Pflegeversicherung: Diese Forderungen erhebt die Diakonie Schleswig-Holstein.

Ziel ist es, die stationäre Pflege bezahlbar zu halten und gleichzeitig die Qualität zu erhöhen.

„Wenn wir eine flächendeckende Versorgung von pflegebedürftigen Menschen weiter gewährleisten wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen anpassen und als Gesellschaft auch für die Kosten aufkommen“, sagte Diakonievorstand Heiko Naß. Die Diakonie ist mit 75 stationären Pflegeeinrichtungen und 5500 Plätzen einer der wichtigsten Träger im Norden.

Nach eigenen Angaben zahlen viele ihrer Einrichtungen überdurchschnittliche Gehälter, was aber zu höheren Eigenanteilen und damit zu einer Wettbewerbsverzerrung führt. Dies könnte ausgeglichen werden, wenn Pflege- und Krankenversicherung alle notwendigen Pflegeleistungen zu Tarifkosten übernehmen.

Die Versicherten oder ihre Angehörigen müssten dann nur noch Eigenanteile für Miete, Betriebskosten und Verpflegung zahlen.

Diakonie will Diskussion um Fachkraftquote beleben

Nach Berechnungen der Diakonie hätte dies eine Senkung der Eigenanteile auf rund 1300 Euro zur Folge – derzeit liegt dieser Anteil zum Teil über 2000 Euro.

Wie hoch im Gegenzug der Beitrag zur Pflegeversicherung steigen müsste, hat die Diakonie nicht berechnet.

Als weitere Maßnahme fordert der Träger den Erhalt von Pflegeassistenzberufen, die auch Menschen mit einfachen Schulabschlüssen einen Einsatz in der Pflege erlauben.

Bislang ist unklar, ob die entsprechenden Ausbildungsgänge hierfür in Schleswig-Holstein erhalten bleiben.

Die Diakonie will „die Diskussion um die starre Fachkraftquote“ neu beleben, um sie im Bedarfsfall anpassen zu können.

„Durch eine Stärkung der Assistenzberufe könnten die Pflegeassistenten auf die Fachkraftquote angerechnet und so das Personalportfolio flexibilisiert werden“, heißt es im Forderungskatalog der Diakonie. (di)

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