Leitartikel

Die Europäer und ihre Gesundheit

Arme EU-Bürger sind die Verlierer der Krise: Sie werden krass benachteiligt in ihren Chancen, gesund zu leben. Das zeigen neue OECD-Zahlen zur Gesundheitsversorgung der Europäer.

Von Christoph FuhrChristoph Fuhr Veröffentlicht:
Schön ist Europa - aber nicht überall herrscht bei der Gesundheitsversorgung eitel Sonnenschein.

Schön ist Europa - aber nicht überall herrscht bei der Gesundheitsversorgung eitel Sonnenschein.

© JohanSwanepoel / fotolia.com, [M] Ärzte Zeitung

Man wird auf den ersten Blick nicht behaupten können, dass die Länder Europas mit Blick auf die Qualität ihrer Gesundheitsversorgung auf der Stelle treten.

Die Lebenserwartung bei der Geburt ist allein in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) von 1980 bis 2010 um mehr als sechs Jahre auf 79 Jahre gestiegen.

Und der jetzt vorgelegte OECD-Bericht "Health at a glance" mit Daten aus 35 europäischen Ländern zeigt, dass es viele Versorgungsbereiche gibt, in denen die Zwischenbilanz europaweit durchaus positiv ist.

Etliche Länder können zum Beispiel beeindruckende Erfolge im Kampf gegen die Gefahren des Tabakkonsums verbuchen. In Island und Schweden liegt der Anteil der Menschen, die täglich rauchen, bei unter 15 Prozent - verglichen mit 30 Prozent im Jahr 1980.

Präventionskampagnen hatten hier offenbar Erfolg, Werbung wurde verboten, Steuern wurden erhöht - das sind echte, beeindruckende Erfolgsgeschichten. Wahr ist aber auch, dass andere Länder hier nicht mitziehen. In Griechenland etwa konsumieren 30 Prozent der Erwachsenen täglich Tabak.

Besorgniserregend ist, dass die Wirtschaftskrise und die wachsenden Haushaltszwänge in vielen europäischen Ländern die nationalen Gesundheitssysteme heftig unter Druck setzen...

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