Kommentar zur Kampagne

Die Pflege gibt es auch noch

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:

Um die Pflege ist es still geworden. Zu still, wie die Pflegenden finden. Mit einer Graswurzelkampagne in den Wahlkreisen will der Deutsche Pflegerat die Pflegeprofession nun rechtzeitig vor der Bundestagswahl bei Politikern in Bund und Ländern wieder in Erinnerung bringen.

Die scheinen die politische Großaufgabe, die Pflege für den wachsenden Bedarf einer alternden Bevölkerung neu auszurichten, aus den Augen verloren zu haben. Die von der schwarz-gelben Koalition angekündigte Pflegereform ist eine weitgehend leere Hülse geblieben.

Es hapert schon bei den Grundlagen, auf die eine umfassende Pflegereform aufbauen müsste. Einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff gibt es noch nicht, das Pflegeberufegesetz ist festgefahren.

Der Prozess der Verkammerung der Pflegeberufe in den Ländern verläuft ebenfalls zäh. Es gibt gute Gründe gegen den Aufbau öffentlich-rechtlicher Strukturen in der Pflege. Es gibt aber mehr und bessere dafür.

Zum einen lässt sich nur über Kammern eine aussagekräftige Statistik aufstellen, wie viele beruflich Pflegende mit welcher Qualifikation es überhaupt gibt, und damit welcher Bedarf auf uns zurollt. Zum anderen ist eine Selbstverwaltung Voraussetzung, um die Pflege in das Gesamtsystem zu integrieren.

Lesen Sie dazu auch: Pflege: Kampagne soll Politik wachrütteln

Mehr zum Thema

Blick in den Koalitionsvertrag

Grün-Schwarz in Baden-Württemberg will sich gesundsparen

Digitale Versorgung

Ärzte kritisieren verabschiedetes DVPMG

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Keine Priorisierung mehr: Spritzen mit Corona-Impfstoff von J&J.
Update

Primär für über 60-Jährige

Corona-Vakzine von Johnson & Johnson ohne Priorisierung

Herzschutz nach Infarkt: Forscher testen auch hier neue Therapiestrategien, um etwa einer Herzinsuffizienz vorzubeugen.

Sacubitril/Valsartan

ARNI-Therapie enttäuscht bei Postinfarkt-Patienten