Pflege

Kampagne soll Politik wachrütteln

Mehr Patienten, weniger Personal - die Zeit drängt, damit sich in der Pflege noch etwas bewegt. Die Verbände versuchen es nun mit einer Kampagne.

Veröffentlicht: 08.05.2013, 08:04 Uhr
Kampagne soll Politik wachrütteln

Motive aus der Image-Kampagne des Deutschen Pflegerates.

© Deutscher Pflegerat e.V.

BERLIN. Zeitdruck, Schichtarbeit und schlechte Bezahlung - der Deutsche Pflegerat fordert die Bundesregierung auf, die Missstände in der Pflege zu beseitigen.

"Deutschland braucht jetzt ein parteiübergreifendes Commitment zur Neustrukturierung der professionellen Pflege - unabhängig von Legislaturperioden, Regierungskoalitionen und Parteiinteressen", sagte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates.

Mit der Kampagne "Ich will Pflege!" will der Pflegerat auf die Probleme in der Branche wie zum Beispiel den gravierenden Fachkräftemangel aufmerksam machen. Bislang gebe es für die Aktionen ein Budget von 50.000 Euro, so Westerfellhaus.

Die Kampagne soll zunächst bis zur Bundestagswahl laufen. Aber auch danach wolle man die Politiker im Blick behalten. Schließlich sei der Pflegenotstand kein Thema der Zukunft: Es müsse jetzt gehandelt werden, forderte er.

Unter anderem sollen mit der Aktion "45 Cent für die Pflege" Pflegende und Bürger motiviert werden, Postkarten an Abgeordnete ihres Wahlkreises zu schicken. Bereits vor Amtsantritt der neuen Bundesregierung wolle man die Forderungen des Pflegepersonals deutlich machen, so Westerfellhaus.

Prognosen zufolge wird die Zahl Pflegebedürftiger bis 2060 von 2,34 auf 4,51 Millionen Menschen steigen. Damit werde sich auch der Bedarf an Pflegepersonal mehr als verdoppeln - von 629.600 auf 1,4 Millionen Vollzeitbeschäftigte, sagte Professor Fritz Beske, Gründer des Fritz Beske Instituts in Kiel.

Das Jahr der Kampagnen

Die Kampagne setzt auf die Aktivitäten der 15 Mitgliedsverbände des Deutschen Pflegerates und der Landespflegeräte. Diese hätten sich auf einen "heißen Sommer" eingeschworen, heißt es in einer Mitteilung des Pflegerates.

"Die Aktionen sollen langsam gesteigert werden", so Westerfellhaus. Vor allem soll die Bundesregierung aufgefordert werden, sich mit dem Thema Pflegenotstand zu befassen.

Der Pflegeberuf müsse dringend attraktiver werden, dafür brauche es eine systematische Aus- und Weiterbildung, attraktive Karriereperspektiven sowie eine leistungsgerechte Entlohnung und flexiblere Arbeitszeitenmodelle.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft wirbt um Sympathien: Die Kampagne "Wir alle sind das Krankenhaus" ist auf drei Jahre angelegt und soll nicht mehr als drei Millionen Euro kosten.

Zudem polieren die niedergelassenen Ärzte ihr Image auf: Das Motto lautet: "Wir arbeiten für Ihr Leben gern". Bis 2017 stehen dafür 15 Millionen Euro bereit. Initiatoren sind die KBV und die KVen, Absender sind jedoch die Ärzte. (sun)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Pflege gibt es auch noch

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