Viel Lärm um Energie

Die WHO macht den Don Quijote

Die WHO kämpft gegen Windmühlen – präziser gesagt, gegen deren Lärm: Sie empfiehlt erstmals Richtwerte für Windräder. Auch konkrete Richtwerte für Verkehrs-. und Freizeitlärm gibt der Bericht wieder.

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Im Kampf wider die Windmühlen: Wie das literarische Vorbild steckt der WHO im Zwist mit den Giganten. Der Lärm von modernen Windenergieanlagen ist der Organisation ein Dorn im Auge und sollte auf 45 dB begrent werden.

Im Kampf wider die Windmühlen: Wie das literarische Vorbild steckt der WHO im Zwist mit den Giganten. Der Lärm von modernen Windenergieanlagen ist der Organisation ein Dorn im Auge und sollte auf 45 dB begrent werden.

© Blickfang / stock.adobe.com

GENF. Der Lärm von Windenergieanlagen sollte nach einer neuen Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchschnittlich 45 Dezibel tagsüber nicht überschreiten. "Lärm von Windenergieanlagen oberhalb dieses Wertes ist mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden", heißt es in dem Bericht. Für die nächtliche Höchstbelastung spricht die WHO keine Empfehlung aus. Dafür gebe es noch nicht genügend aussagefähige Studien.

Für genehmigungspflichtige Anlagen in allgemeinen Wohngebieten gilt laut deutschem Umweltbundesamt bei der Lärmbelastung zur Zeit ein Immissionsrichtwert von 55 Dezibel tagsüber und 40 Dezibel nachts. An diese Vorschrift müssen sich auch Windparks halten. Zum Vergleich: Flüstern hat etwa 30 Dezibel, leise Radiomusik 50, ein Haartrockner 70 und eine Kreissäge 100 Dezibel.

Auch Verkehrslärm begrenzen

Für Straßen-, Schienen- und Luftverkehr empfiehlt die WHO ebenfalls strikte Grenzen: Für die durchschnittliche Lärmbelastung durch Straßenverkehr tagsüber nicht mehr als 53 Dezibel, bei Schienenverkehr nicht mehr als 54 Dezibel und für Flugverkehr nicht mehr als 45 Dezibel. Die nächtlichen Richtwerte liegen einige Dizibel darunter.

Die Werte für Straßen-, Schienen- und Luftverkehr weichen voneinander ab, weil unterschiedlicher Lärm unterschiedliche gesundheitliche Folgen hat. So liefere eine Autobahn eine ständige Geräuschkulisse, so die WHO. Ein vorbeifahrender Zug mache kurzfristig Lärm, worauf eine längere Ruhephase folge.

Neue Richtlinien hat die WHO auch für Freizeitlärm. Dazu zählen Besuche von Nachtclubs, Kneipen, Live-Sportveranstaltungen, Fitnesskursen, Konzerten und das Hören von lauter Musik über persönliche Abhörgeräte.

Die WHO empfiehlt, die Lärmbelastung im Jahresdurchschnitt von allen Quellen zusammen auf weniger als 70 Dezibel zu begrenzen, "weil Freizeitlärm oberhalb dieses Wertes mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden ist". (dpa)

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