"Pille danach"

Diskussion um Beratung

Bundesgesundheitsminister Gröhe will ein Spitzentreffen zur Qualität der Beratung einberufen. Die Apotheker sehen sich für die Bearatung aber bereits bestens aufgestellt.

Veröffentlicht: 27.11.2014, 08:26 Uhr

BERLIN. Freude und Enttäuschung in der großen Koalition über die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zur rezeptfreien Abgabe der "Pille danach" mit dem Wirkstoff Ulipristal:

"Es ist schade, dass unsere Argumente in Brüssel anscheinend nicht gehört werden. Aber wir wollen in jedem Fall ein hohes Niveau der Beratung bei der Pille danach sicherstellen", sagte Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion.

Spahn hatte sich in der Vergangenheit vehement dafür eingesetzt, die Rezeptpflicht zu erhalten. Er regte nun an, eine strukturierte Beratung für Apotheken zur Abgabe der "Pille danach" zu entwickeln. Ein Spitzengespräch dazu hatte schon Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am vergangenen Freitag angeregt.

Er wolle Gynäkologen, Apotheken und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einladen, gemeinsam Kriterien für eine gute Beratung zu entwickeln, erklärte Gröhe.

Hohe Beratungsqualität sieht der Präsident der Bundesapothekenkammer, Dr. Andreas Kiefer, bei seinen Kollegen: "Selbstverständlich beraten wir die Patientinnen auch bei rezeptfreien Notfallverhütungsmitteln so, dass eine größtmögliche Arzneimittelsicherheit gewährleistet ist."

Die SPD-Frauen haben die EMA-Entscheidung sowie den Kurswechsel des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) begrüßt. Ein rezeptfreier Verkauf des Medikaments sei überfällig "und ein wichtiger Teil des Selbstbestimmungsrechts moderner Frauen", erklärte die SPD-Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich am Dienstag in Berlin.

Allerdings forderte sie Gröhe auf, nicht nur Pillen mit dem Wirkstoff Ulipristal freizugeben, sondern auch die mit dem Wirkstoff Levonorgestrel.

Auch die Opposition begrüßte die Entscheidung. "Dass der Gesundheitsminister zur Vernunft gezwungen werden musste, das ist schon ein Ding", erklärte Kordula Schulz-Asche, Bundestagsabgeordnete der Grünen im "Deutschlandfunk". (bee/dpa)

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