Kongress „Pflege 2021“

Dreifaches Minister-Lob und eine Zusage an die Pflegeprofis

Der Kongress „Pflege 2021“ von Springer Pflege ist eröffnet: Drei Bundesminister loben zum Auftakt den Einsatz der Pflegefachkräfte in der Corona-Pandemie.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Pflegekongress online: An der Eröffnungsveranstaltung nahmen Familienministerin Franziska Giffey (2.v.r.) und Arbeitsminister Hubertus Heil (r.) persönlich teil.
Minister Spahn war zugeschaltet. Für den Pflegerat war dessen Vize-Chefin Christine Vogler dabei, die Moderation übernahm Professor Heinz Lohmann.

Pflegekongress online: An der Eröffnungsveranstaltung nahmen Familienministerin Franziska Giffey (2.v.r.) und Arbeitsminister Hubertus Heil (r.) persönlich teil. Minister Spahn war zugeschaltet. Für den Pflegerat war dessen Vize-Chefin Christine Vogler dabei, die Moderation übernahm Professor Heinz Lohmann.

© Nils Hasenau

Berlin. Pflegeheime und Pflegedienste sollen einen festen Platz in der Telematikinfrastruktur (TI) einnehmen. „Die Pflege muss gleichberechtigt mit der Ärzteschaft, den Krankenhäusern und den Apotheken in die Telematikinfrastruktur eingebunden werden. Der gesetzliche Rahmen dafür steht“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Eröffnung des Berliner Fachkongresses „Pflege 2021“ am Donnerstag in Berlin. Spahn war bei der Eröffnung zugeschaltet.

Bei der TI gehe um „schnelleren Austausch“ und „zuverlässige Vernetzung“ – dabei dürften Pflegekräfte nicht außen vor bleiben. Darüber hinaus sollten mehr digitale Anwendungen in der Pflege ermöglicht und die „Telepflege“ umfangreich erprobt werden, betonte Spahn.

Der von „Springer Pflege“ veranstaltete Kongress findet dieses Jahr coronabedingt rein virtuell statt. Geplant sind mehrere Fortbildungsseminare. Allein an der Eröffnungsveranstaltung nahmen weit mehr als 1000 Pflegekräfte aus der Akut- und Langzeitpflege teil.

Pflegeberuf soll weiter gestärkt werden

Die Beschäftigten in der Pflege leisteten „Großes, das hat die Pandemie allen noch mal klar gezeigt“, betonte Spahn. Ziel der Bundesregierung sei es, den Beruf zu stärken und aufzuwerten. Im Zuge der „Konzertierten Aktion Pflege“ (KAP) seien bereits einige Verbesserungen erreicht worden – dazu gehörten etwa höhere Pflegemindestlöhne.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) nannte die Corona-Pandemie eine „Riesenherausforderung“. Pflegende sorgten tagtäglich dafür, dass die Gesundheitsversorgung aufrechterhalten werden könne. „Dazu leisten Sie alle einen ganz wichtigen Beitrag.“ Sie sei stolz darauf, dass die KAP trotz Pandemie fortgeführt werde. Ein „großes Ziel“ ihres Hauses sei, die Zahl der Ausbildungsplätze bis zum Jahr 2023 um zehn Prozent zu steigern.

Im Ausbildungsjahr 2019/2020 habe es bereits bundesweit 57.000 neue Pflegeauszubildende gegeben – eine Steigerung um knapp sechs Prozent. „Wir haben noch nicht sofort überall mehr Pflegekräfte, aber wir werden sie in Zukunft haben“, so Giffey. Pflege sei attraktiv für junge Menschen.

Heil: Mindestlohn nur erster Schritt

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) betonte, Pflegekräfte seien in der Pandemie für viele Patienten und Senioren „der einzige menschliche Kontakt“ gewesen. „Das ist Belastung und Stress pur.“ Der Einsatz werde öffentlich wertgeschätzt. „Ich sage aber auch, dieser Respekt darf sich nicht in warmen Worten erschöpfen.“

Pflegekräfte erwarteten zu Recht, dass auch Arbeits- und Lohnbedingungen gut und attraktiv seien, sagte Heil. Mit den Mindestlöhnen in der Pflege sei ein erster Schritt getan. „Bei aller Freude, das kann nicht reichen.“

Respekt für Pflege darf sich nicht in warmen Worten erschöpfen.

Hubertus Heil (SPD), Bundesarbeitsminister

In einem zweiten Schritt solle es einen branchenweiten Tarifvertrag der Sozialpartner in der Altenpflege geben. „Meine klare Erwartung jetzt an die Arbeitgeber und Gewerkschaften, die da miteinander sprechen, ist: Lassen Sie diese historische Chance nicht ungenutzt.“

Wenn ein Antrag komme, werde er den Tarifvertrag für die gesamte Branche mit großer Freude für allgemeinverbindlich erklären. Er werde sich dazu mit Gesundheitsminister Spahn abstimmen.

Pflegerats-Vize Christine Vogler sagte, es gebe viele Gründe, den Pflegeberuf zu ergreifen. Die Arbeit sei „krisensicher“ und biete gute Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten.

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