Mecklenburg-Vorpommern

Drohnen sollen Ersthelfer unterstützen

Unimedizin Greifswald startet Pilotprojekt zum Drohneneinsatz.

Veröffentlicht: 31.10.2019, 16:42 Uhr

Greifswald. Per Drohne zum Einsatzort: Ersthelfer in Vorpommern könnten bald Defibrillatoren einsetzen, die per Octocoper eingeflogen werden. Ein Pilotprojekt der Greifswalder Universitätsmedizin testet, ob auf diese Weise Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand schneller geholfen werden kann.

„Die Chance, dass Patienten einen Herz-Kreislauf-Stillstand überstehen, könnte damit steigen“, sagte Dr. Mina Hinsch der „Ärzte Zeitung“. Zusammen mit Professor Klaus Hahnenkamp leitet sie das Projekt der Greifswalder Universitätsmedizin. Derzeit läuft eine halbjährige Machbarkeitsstudie an, die vom Bundesgesundheitsministerium mit 400 000 Euro gefördert wird.

Leitstelle löst den Start aus

Der Stadtrand von Greifswald und der Ort Penkun in der Uckermark sind als Standorte für das Projekt geplant. Dort befinden sich Ladestationen, aus denen heraus die Drohne gestartet werden kann. Ausgelöst wird der Start per Alarmierung durch die Leitstelle, die den Notruf entgegennimmt und die per App Ersthelfer in der Nähe des Patientenstandorts benachrichtigt. Zeitgleich mit dem Ersthelfer wird im Pilotprojekt die Drohne alarmiert. Diese fliegt GPS-gesteuert mit einer Spitzengeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern in rund 50 Meter Höhe. Die Höhe ermöglicht nahezu Luftlinie und damit den kürzesten Weg zum Einsatzort.

Vor Ort hat der Erstretter damit die Gewähr, auf einen Defibrillator zurückgreifen zu können. Diese sind zwar in vielen öffentlichen Einrichtungen wie etwa Rathäusern verfügbar. Der Retter muss den Schockgeber aber bislang abholen oder sich bringen lassen und verliert damit Zeit. Außerdem ist der Zugang zu den Defibrillatoren bislang von den Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtung abhängig.

Erstretter oft vor Profis vor Ort

Die geschulten Erstretter werden in Vorpommern unter dem Namen „LandRettung“ per App alarmiert. Nach Angaben der Universitätsmedizin gibt es mehr als 300 Erstretter in der Region. Sie können wegen der großen Entfernungen in Vorpommern oft vor den professionellen Rettern vor Ort sein.

Mit dem Pilotprojekt soll zunächst getestet werden, ob die Idee der Universitätsmedizin umsetzbar ist. Der eingesetzte Octocoper kann senkrecht starten und landen, benötigt also wenig Platz. Der Ersthelfer kann die Drohne durch Passwort und Knopfdruck wieder auf die Heimreise schicken. Das Gerät arbeitet mit einer Schutz-Software und registriert Hackerangriffe. In diesem Fall fliegt es eigenständig zurück zum Standort. (di)

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