Direkt zum Inhaltsbereich

Korruptionsvorwurf

Dryden will Kassen-Studie sehen

Kurz vor dem Ärztetag in Nürnberg hatten die Krankenkassen für Ausehen gesorgt: Ärzte seien bestechlich, so der Tenor einer von ihnen beauftragten Studie. Für den KVWL-Chef ein Affront - er verlangt Beweise.

Veröffentlicht:
KV-Chef Dryden: Wer keine Beweise vorlegt, macht sich schuldig.

KV-Chef Dryden: Wer keine Beweise vorlegt, macht sich schuldig.

© KVWL

DORTMUND (iss). Die Krankenkassen sollen endlich Belege dafür liefern, dass niedergelassene Ärzte im großen Stil für Zuweisungen finanzielle Vergünstigungen verlangen.

Das hat der Vorsitzende der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) Dr. Wolfgang-Axel Dryden gefordert.

"Haben die Kassen eindeutige Informationen über Fehlverhalten, so sind sie verpflichtet, diese uns und gegebenenfalls auch der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis zu bringen", sagte Dryden bei der KVWL-Vertreterversammlung in Dortmund. "Wer dies unterlässt, macht sich schuldig!"

Es sei Teil der rüden Affrontpolitik des GKV-Spitzenverbands, dass Vorstandsmitglied Gernot Kiefer just zu Beginn des Ärztetages in Nürnberg öffentlich Ergebnisse einer noch nicht veröffentliche Studie des "Economy and crime research center" der Universität Halle bekannt gab, sagte Dryden.

Laut der Untersuchung kassiert ein nicht unerheblicher Anteil der Vertragsärzte Prämien für Zuweisungen.

"Was als Vorveröffentlichung einer noch nicht abgeschlossenen Studie medienwirksam in Szene gesetzt wurde, hat bis heute keine Konsequenzen", kritisierte Dryden.

Weder sei die endgültige Studie bekannt, noch hätten die Kassen der KV als disziplinarisch zuständiger Körperschaft Ross und Reiter genannt.

"Das löst Zweifel aus, sowohl an der Studie als auch an der ernsthaften Besorgnis der Krankenkassen in Richtung Korruptionsvermeidung."

Dryden appellierte an die Kassen, die Kirche im Dorf zu lassen. Er bestreite nicht, dass es schwarze Schafe gebe. "Die Kriminalisierung einer Größenordnung von einem Fünftel bis einem Drittel aller Vertragsärzte weise ich mit aller Entschiedenheit zurück."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Wo bleiben die Belege?

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Digitales Gesundheitswesen

BKK-Studie: Warum Digitalisierung nicht immer nachhaltig ist

Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö†

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Lesetipps
Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Eine Tonsillektomie wird im OP durchgeführt.

© ShvedKristina / stock.adobe.com

Verschiedene Verfahren

Vergleichsstudie: Weniger Schmerzen nach intrakapsulärer Tonsillektomie