Die Sicht der privaten Krankenversicherung

Ein Marktideal - aber kaum realisierbar

Veröffentlicht: 20.11.2008, 05:00 Uhr

Mit der Rücknahme staatlicher Regulierungen entsteht ein fairer Markt, der bessere finanzielle Spielräume für Innovationen eröffnet. Dieser positiven Einschätzung der PKV-Vertreter steht jedoch Skepsis gegenüber, ob ein solches Modell eine Realisierungschance hat.

Die lediglich abstrakte Definition des Leistungsanspruchs wird auch von der PKV kritisch gesehen. Dies werde wahrscheinlich dazu führen, dass vermehrt Leistungen eingeklagt werden. Dies werde von allem für Innovationen gelten. Diskutiert wurde eine Variante, nach der das bislang in der PKV geltende lebenslange Leistungsversprechen durch Kündigungsrechte der Versicherung modifiziert werden könnte; dies würde es erleichtern, bei Vertragsabschluss noch nicht absehbare Innovationen in den Tarif zu integrieren.

Die marktwirtschaftliche Grundidee könne bei der politischen Bewertung leicht dazu führen, dass vor allem ältere Bürger in einem solchen Markt überfordert sein würden. Das mache ein solches Szenario schwer umsetzbar. Generell ist man bei der PKV aber der Auffassung, dass Bürger in der Lage sind, sich mit der Art ihrer Gesundheitssicherung zu beschäftigen. Nicht ausgeschlossen wird aber, dass jüngere Versicherte einen Tarif mit schmalen Leistungen wählten.

Die Vertragsfreiheit zwischen Leistungserbringern und Versicherungen sei alles in allem vorteilhaft. Für Ärzte sei ein solches System attraktiv. Auf der anderen Seite stünden aber hohe Transaktionskosten. (HL)

Lesen Sie dazu auch: Wettbewerb als ordnende Kraft der Medizinwirtschaft Die Sicht der Ärzte: Versicherte sind überfordert Die Sicht der Patienten / Bürger: Freier Wettbewerb nicht gefragt Die Sicht der gesetzlichen Kassen: Eine starke Strapaze für die Solidarität Die Sicht von Kliniken und Innovatoren: Staatliche Grundsatznormen sind unverzichtbar Die Sicht von Janssen-Cilag: "Das System öffnet sich für Selbstbestimmung"

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