Kommentar – Konversionstherapie

Ein krudes Heilsversprechen

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Medizinisch geboten und rechtlich zulässig. Auf diesen vorläufigen Nenner lässt sich das Ergebnis einer Kommission bringen, die sich im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums mit dem Verbot der sogenannten Konversionstherapie beschäftigt hat. Ist Homosexualität heilbar?

Dummes Zeug, Homosexualität ist keine Krankheit und daher auch nicht behandlungsbedürftig. Dazu hätte es eigentlich kein weiteres Gutachten gebraucht. Offenbar aber doch, weil es immer noch Menschen gibt, die Menschen von dieser Neigung befreien wollen – aus religiösen, aus weltanschaulichen, aus vermeintlich medizinischen Gründen.

In der Kommission kamen Menschen zu Wort, die sich einer solchen „Therapie“ unterzogen haben. Sie erzählten von Isolation und Elektroschockbehandlung. Alles Fälle für den Staatsanwalt.

Da bedarf es kaum noch einer Diskussion: Ein gesetzliches Verbot aller Konversionsverfahren ist richtig, um diesem Spuk ein Ende zu machen. Einige Bundesländer und die Grünen fordern das seit Jahren. Auch der Weltärztebund und die Mehrzahl der Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland vertreten hier eine klare Position.

Wir nehmen Minister Spahn beim Wort: „Ich bin für ein Verbot dieser Therapie.“

Lesen Sie dazu auch: Spahn stellt Gutachten vor: Verbot von Konversionstherapien rechtlich möglich

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird