Kommentar zur UPD

Ein unscharfer Seismograf

Von Anno Fricke Veröffentlicht: 02.07.2013, 17:46 Uhr

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) sucht ihre Rolle als Seismograf für mögliche Verwerfungen im Gesundheitswesen zu festigen. Der nun vorliegende erste "Monitor Patientenberatung" wird diesem Anspruch noch nicht ganz gerecht.

Seine Autoren räumen ein, dass ihre Befunde nicht repräsentativ sind und die soziodemografischen Merkmale der Ratsuchenden nicht mit denen der Gesamtbevölkerung übereinstimmen.

Um genau zu sein, müsste man sogar feststellen, dass die Aussagen nur bedingt statistische Relevanz auch für die Gesamtheit aller Patienten in Deutschland entwickeln. Dennoch sollten Ärzte, Krankenhausverwalter und Kassenmitarbeiter diesen ersten Bericht der UPD schon ernst nehmen.

Wenn die UPD beispielsweise bei fast 7500 der insgesamt 75.000 Ratsuchenden Patienten feststellt, dass sie unvollständig, widersprüchlich oder falsch über Behandlungen informiert worden seien, dann ist das mit zehn Prozent ein relativer Wert, den man hochgerechnet auf die Patientengesamtheit nur ungern bestätigt sehen wollte.

Die UPD plant, deutlich mehr Beratungsgespräche zu führen. Von einer halben Million bis in einem Jahr ist die Rede.

Dann wird sich zeigen, wie genau der Seismograf messen kann.

Lesen Sie dazu auch: UPD-Bericht: Krankenakten oft unter Verschluss

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