Wahlkampf

Eine Krankenpfleger, seine Kritik und die Kanzlerin

Vor laufender Kamera kritisierte ein junger Pfleger die Pflegepolitik der Bundeskanzlerin. Von Merkels Antwort ist der junge Mann enttäuscht.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel

© Michael Kappeler / dpa / picture alliance

LÜBECK. Der junge Krankenpfleger, der Angela Merkel am Montagabend in der ARD-"Wahlarena" für das Programm ihrer CDU vor laufender Kamera kritisiert hat, ist von der Antwort der Kanzlerin enttäuscht. Der Fachkräftemangel in der Branche sei seiner Meinung nach ein zu kleines Thema im Wahlkampf, sagte Alexander Jorde aus Hildesheim der Deutschen Presse-Agentur nach der Fernsehsendung. Der 21 Jahre alte Auszubildende hatte der CDU in der aus Lübeck live übertragenen Sendung vorgeworfen, dass im Parteiprogramm stehe, niemand müsse sich bei der Pflege Sorgen machen. Für seine hartnäckige Frageweise wurde Jorde in den sozialen Netzwerken gelobt.

"Der Pflegeberuf ist an sich ein schöner Beruf, das hat nicht nur was mit Arschabwischen zu tun", sagte Jorde. In der Sendung sagte der Azubi mit Bezug auf das Grundgesetz, dass die Würde der Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen "tausendfach verletzt" werde. Die Pfleger seien überlastet und für zu viele Patienten zuständig. Merkel sei immerhin seit zwölf Jahren Kanzlerin.

In ihrer Antwort stellte Merkel in Aussicht, sich zur Überwindung des Fachkräftemangels in der Pflege, für Verbesserungen des Berufes und seiner Bezahlung einsetzen sowie auf Pfleger aus dem EU-Ausland zurückgreifen zu wollen.

Jorde stellte das nicht zufrieden: "Die Kommunikation mit schwerkranken Patienten wird durch Sprachbarrieren erschwert." Er forderte zugleich von der Politik, durch öffentliche Kampagnen für Pflegeberufe zu werben: "Wenn's keiner macht, dann wird's brenzlig."

(dpa)

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