Veröffentlicht:

Im Saarland sind seit September 2008 mehr als 15 000 Bürger ab 55 Jahren mit persönlichen Einladungen zur Teilnahme an einer Darmspiegelung aufgerufen worden.

Von Andreas Kindel

"Wir sind das einzige Land, das diesen Gesundheitsservice anbietet", erklärte der saarländische Gesundheitsminister Professor Gerhard Vigener in Saarbrücken. "Das Saarland ist bundesweit Vorreiter in der Darmkrebs-Prävention". Ziel der Briefaktion ist es, die Beteiligung an den Koloskopie-Untersuchungen von bisher bundesweit durchschnittlich drei Prozent im Saarland auf sechs bis acht Prozent zu steigern.

Das Saarland wirbt außerdem mit besonders kurzen Wartezeiten für die Darmspiegelungen. Im Schnitt dauere es nur 16 Tage. "Das sind neun Tage weniger als im Bundesdurchschnitt und es ist der beste Wert aller Bundesländer", sagte Vigener. In Nordrhein-Westfalen warteten die Patienten zum Beispiel noch über 40 Tage auf eine Darmspiegelung.

Zum sechsten Mal hat das saarländische Gesundheitsministerium außerdem seine Kampagne "Saarland gegen Darmkrebs" gestartet. In über 100 Veranstaltungen wird in Zusammenarbeit mit Ärzten für die Teilnahme an Vorsorge-Untersuchungen geworben - in Rathäusern, Arztpraxen und Krankenhäusern, aber auch in Einkaufszentren, Baumärkten und Fußgängerzonen. Schirmherr ist der saarländische Ministerpräsident Peter Müller.

Für die Aktion wurden 100 000 Flyer und 20 000 Plakate gedruckt. Auch in allen saarländischen Bussen und Bahnen sowie in Arzt-Praxen, Apotheken und Betrieben wird für die Teilnahme an der Darmkrebs-Vorsorge geworben. Beteiligt sind im Saarland insgesamt 4000 Ärzte, 26 Krankenhäuser, 600 Apotheken und 3 800 Betriebe.

Im Rahmen der Kampagne haben alle Mitarbeiter der Landesregierung die Möglichkeit, ihren Stuhl testen zu lassen. Im vergangenen Jahr hatten 3800 Mitarbeiter die Möglichkeit genutzt. Bei 55 von ihnen fiel der Test positiv aus. Zusätzlich wirbt das Landesgesundheitsministerium im Internet. Dort gibt es auch Ansprechpartner bei Selbsthilfegruppen und Informationen zu Fachärzten vor Ort.

Mehr Menschen gehen zur Vorsorge-Untersuchung

"Die gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten haben sich ausgezahlt", so die Zwischenbilanz von Landesgesundheitsminister Vigener. "Die Nachfrage nach Darmspiegelungen in den saarländischen Praxen hat zugenommen". Dies gelte nicht nur für die Zeit der Kampagne, sondern für das ganze Jahr. Auch die Zahlen ließen sich sehen, sagt er: Im Saarland nutzten 16,8 Prozent der Frauen und 15,4 Prozent der Männer die Vorsorgemöglichkeiten. Bundesweit seien es jeweils rund zwei Prozentpunkte weniger. "Damit liegen wir deutlich an der Spitze", zeigt sich Vigener erfreut.

Größte Auszeichnung für die Anstrengungen des Saarlandes gegen den Darmkrebs war der Felix-Burda-Award im Jahr 2007. Vigeners Vorgänger Josef Hecken erhielt damals den Preis in der Kategorie "Public Prevention". Besonderes Lob gab es für die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Ärzten, Apothekern, Kassen und Medien im Saarland.

Weitere Informationen im Internet: www.darmkrebskampagne.saarland.de

Mehr Informationen rund um den Darmkrebsmonat März finden Sie hier » Für Ärzte: Ein kostenloses Wartezimmerplakat und Informationen für Ihre Patienten finden Sie hier » Für Patienten und Interessierte: Kostenlose Informationen zum Ausdrucken finden Sie hier »

Mehr zum Thema

Geplante Novelle

Infektionsschutz: Kakofonie der Änderungswünsche

Das könnte Sie auch interessieren
Probeentnahme für einen Corona-Test: In den USA sind im ersten Jahr der Coronaimpfung knapp 14 Prozent der komplett geimpften Krebskranken an COVID erkrankt, aber nur 5 Prozent der geimpften Patienten ohne Krebs. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Pekic / Getty Images / iStock

Viele Durchbruchsinfektionen

COVID-19 bleibt auch für geimpfte Krebspatienten gefährlich

Notfall Thrombose – initial niedermolekulares Heparin

© LEO Pharma GmbH

DGA 2021

Notfall Thrombose – initial niedermolekulares Heparin

Anzeige | LEO Pharma GmbH
Schwangerschaftsassoziierte Thrombose: Warum NMH?

© LEO Pharma GmbH

DGA 2021

Schwangerschaftsassoziierte Thrombose: Warum NMH?

Anzeige | LEO Pharma GmbH
VTE-Inzidenz bei Krebs in den letzten 20 Jahren verdreifacht

© LEO Pharma GmbH

Publikation

VTE-Inzidenz bei Krebs in den letzten 20 Jahren verdreifacht

Anzeige | LEO Pharma GmbH
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Datenerfassung, Dokumentationen – und das gleich mehrfach: Zwei Drittel aller Befragten zeigten sich in der MB-Befragung „unzufrieden“ oder „eher unzufrieden“ mit der IT-Ausstattung an ihrem Arbeitsplatz.

© alphaspirit / stock.adobe.com

Update

Ergebnisse des MB-Monitors

Ein Viertel der Ärzte denkt über Berufswechsel nach

Macht Spaß, und tut nicht nur dem Körper gut: Ein Forscherteam bestätigt jetzt eine bei in der Freizeit aktiven Menschen niedrigere Rate von Demenz-Erkrankungen. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Ingram Publishing / Getty Images / Thinkstock

Weniger Demenz-Erkrankungen

Wie Freizeit zur Prävention werden kann