GKV-Spitzenverband findet

Es gibt zu viele Kliniken!

In Ballungsräumen sind viele Kliniken überflüssig - die könnten ruhig geschlossen werden. Dieser Ansicht jedenfalls ist Medienberichten zufolge der Vizechef des GKV-Spitzenverbands, Dr. Johann-Magnus von Stackelberg.

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BERLIN. Medienberichten zufolge ist der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung der Ansicht, es gebe zu viele Krankenhäuser in Deutschland. "Es müssen Kliniken geschlossen werden, um die Patientenversorgung zu verbessern", sagte der Vizechef des Spitzenverbands, Dr. Johann-Magnus von Stackelberg, dem "Abendblatt".

Vor allem Kliniken, die eine unzureichende Qualität lieferten, sollten demnach geschlossen werden, wird Stackelberg in dem Bericht weiter zitiert. Der Verband gründet seine Auffassung eigenen Angaben zufolge auf Messungen der Entfernung, die Patienten in Krankenhäuser zurücklegen müssen.

Dabei sei aufgefallen, dass es Standorte in Ballungsräumen gebe, die man "ohne Probleme" schließen könne, ohne dass die Versorgung darunter leide. Eine solche Überversorgung gebe es in allen Bundesländern, vor allem aber in Nordrhein-Westfalen.

Die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geplante Krankenhausreform sieht vor, Kliniken künftig stärker nach Qualität zu bewerten. Bei unzureichender Leistung drohen finanzielle Kürzungen. (eb)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Die Einfältigkeit der Argumentation ist nicht zu überbieten...

Da ist Dr. Johann-Magnus von Stackelberg und dem Spitzenverband Bund (SpiBu) der GKV-Kassen wohl aufgefallen, dass vor allem Kliniken, die eine unzureichende Qualität liefern, geschlossen werden sollten. Was aber bei mangelhafter SpiBu-Expertise gar nicht von dort aus beurteilt werden kann.

Der Verband gründet seine Auffassung eigenen Angaben zufolge auf "Messungen der Entfernung, die Patienten in Krankenhäuser zurücklegen müssen"? Dabei sei aufgefallen, dass es Standorte in Ballungsräumen gebe, die man "ohne Probleme" schließen könne, ohne dass die Versorgung darunter leide. Eine solche Überversorgung gebe es in allen Bundesländern, vor allem aber in Nordrhein-Westfalen.

Die Anwendung verbindlicher Grundsätze der Logik werden dabei allerdings ausgehebelt:

1. Die Wege zwischen konkurrierenden Kliniken sind in den Ballungsräumen kürzer, weil dort m e h r Menschen auf kleinem Raum leben.

2. Die Versorgungssicherheit ist gerade d o r t bei Betten-Streichungen gefährdet.

3. Eine f i k t i v angenommene hohe Versorgungsdichte ist bei zugleich am dichtesten besiedelter Fläche des Bundeslandes NRW mit weit über 17 Millionen Einwohnern eine klassische K o n t r a d i k t i o n.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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