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Facharztverträge legen stetig zu

In Baden-Württemberg sind fast 2000 Fachärzte in den Selektivverträgen eingeschrieben. Rund 30 Millionen Euro beträgt das Vergütungsvolumen pro Quartal.

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

STUTTGART. Der Reigen an Facharztverträgen, die die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK aufgelegt haben, könnte Zuwachs bekommen. "Wir freuen uns, dass die AOK einen weiteren Facharztvertrag für HNO-Ärzte und Pulmologen auflegen möchte", sagte Frank Hofmann, Vorstand der Mediverbund AG, der "Ärzte Zeitung". Diesem Schritt sei eine Abfrage von Medi unter Facharztverträgen vorausgegangen. Im Südwesten arbeiteten rund 480 HNO-Ärzte in der ambulanten Versorgung.

Die Zahl der in den Selektivverträgen eingeschriebenen Ärzte und Psychotherapeuten steige stetig, berichtet Hofmann. "Im ersten Quartal dieses Jahres waren es 1942, rund 80 Teilnehmer mehr als Ende 2017", so der Mediverbund-Vorstand. Parallel ist das Vergütungsvolumen gewachsen, das über die Facharztverträge abgerechnet wird.

Orthopädie-Facharztvertrag an der Spitze

Im ersten Quartal waren es 30,5 Millionen Euro, rund zwei Millionen Euro oder sieben Prozent mehr als noch im Vorjahresquartal. Das höchste Honorarvolumen generiert der Orthopädie-Facharztvertrag, an dem Anfang des Jahres 591 Fachärzte teilgenommen haben. 10,6 Millionen Euro betrug ihre Vergütung in den ersten drei Monaten.

Die absolut gesehen höchsten Teilnehmerzahlen verzeichnet der PNP-Facharztvertrag, in den 458 Psychotherapeuten, 52 Hausärzte im Rahmen der HZV, 51 Neurologen, 67 Nervenärzte und 55 Psychiater eingeschrieben sind. Sie rechneten im ersten Quartal Leistungen in Höhe von fast 8,7 Millionen Euro ab.

Gestartet sind die Facharztverträge 2010 mit der Vereinbarung zur Kardiologie. 214 Fachärzte haben hier zuletzt Leistungen in Höhe von fünf Millionen Euro abgerechnet. Weitere Verträge bestehen zur Gastroenterologie (175 eingeschriebene Fachärzte), Urologie (135 Fachärzte) und Diabetologie (96 Fachärzte) sowie zur Rheumatologie.

Zur psychotherapeutischen Versorgung hat Medi zudem Verträge mit der Techniker und der DAK geschlossen. Im DAK-Vertrag waren zu Jahresbeginn rund 5000 Versicherte eingeschrieben, im TK-Vertrag waren es 5500.

Medi werte die Entwicklung der Selektivverträge hin zu einer vollständigen Abdeckung "natürlich positiv", so Vorstand Hofmann. Doch der Gesetzgeber sollte Anreize schaffen, damit weitere Kassen solche Verträge auflegen, beispielsweise durch eine Bonifizierung. "Daran arbeiten wir."

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