Kinder- und Jugendärzte

Fehlende Impfungen bereiten Pädiatern Sorgen

Weil Eltern Angst vor einer Ansteckung mit COVID-19 haben, meiden viele den Besuch in der Kinderarztpraxis.

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Berlin. Viele Kinder erhalten offenbar ihre empfohlenen Impfungen nicht oder kommen mit gravierenden Beschwerden erst zu spät zum Arzt, weil die Eltern Angst vor Ansteckung mit COVID-19 haben. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin. „Kolleginnen und Kollegen berichten sogar von Kindern mit einer akuten Leukämie, die zu spät den Weg zum Kinder- und Jugendarzt gefunden haben“, sagt BVKJ-Vizepräsidentin Dr. Sigrid Peter.

Der Verband fürchtet, dass durch versäumte Impfungen künftig Krankheiten wieder auftreten könnten, die längst zurückgedrängt worden seien. Viele Kinder bekämen zur Zeit nicht einmal Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden. Die Grundimmunisierung im ersten Lebensjahr schütze aber vor Krankheiten wie Masern, Keuchhusten oder Polio. Zudem fehle durch sinkende Impfraten die Gruppenimmunität, warnen die Kinder- und Jugendärzte.

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Derzeit richte sich das öffentliche Interesse hauptsächlich auf die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das SARS-CoV-2. Der davon erhoffte individuelle Schutz und die Eindämmung der Pandemie sollten nicht vergessen machen, dass es weitere, für Kinder sogar viel gefährlichere Krankheiten gebe, für die bereits wirksame Impfstoffe verfügbar sind. (chb)

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