Entwicklung neuer S3-Leitlinien

Forschung zum Umgang mit Suizidalität gefördert

Die DGPPN will nicht nur zum Umgang mit Suizidalität eine neue S3-Leitlinie entwickeln. Welche weitere neue S3-Leitlinie der Gesellschaft der Innovationsfonds auch noch finanziell unterstützt.

Veröffentlicht:
Die DGPPN erhält finanzielle Unterstützung für die Entwicklung zweier neuer S3-Leitlinien. Eine befasst sich mit dem Umgang mit Suizidalität.

Die DGPPN erhält finanzielle Unterstützung für die Entwicklung zweier neuer S3-Leitlinien. Eine befasst sich mit dem Umgang mit Suizidalität.

© Victor Koldunov / stock.adobe.com

Berlin. Die Entwicklung zweier neuer S3-Leitlinien durch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherape, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wird vom Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschusses mit insgesamt 750.000 Euro gefördert.

So soll laut DGPPN erstmals eine S3-Leitlinie zum Umgang mit Suizidalität erstellt werden. Suizidalität sei ein diagnoseübergreifendes Symptom, das in der Regel einer komplexen, multiprofessionellen Behandlung bedürfe. Koordinatoren des Projekts sind DGPPN-Vorstandsmitglied Professor Andreas Reif von der Uniklinik Frankfurt sowie DGPPN-Referatsleiterin Professor Barbara Schneider von der LVR-Klinik Köln.

Die zweite geförderte S3-Leitlinie betrifft Psychosen mit komorbider substanzbezogener Störung und wird vom DGPPN-Vorstandsmitglied Professor Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank vom LVR-Institut für Versorgungsforschung koordiniert. Menschen mit Psychosen haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung und auch im Vergleich zu Menschen mit anderen psychischen Störungen, deutlich häufiger eine begleitende Suchtproblematik, heißt es bei der DGPPN. Diese „Doppeldiagnose“ gehe oft mit eingeschränkter Therapieadhärenz einher, so dass es hier einen besonders hohen Bedarf an individuell angepassten Therapiemöglichkeiten gebe.

Fünf Millionen Euro stehen pro Jahr zur Verfügung

Im Oktober vergangenen Jahres wurde über den Innovationsfonds beim GBA erstmals die Förderung der Leitlinienentwicklung ausgeschrieben. Dafür stehen nun jährlich mindestens fünf Millionen Euro zur Verfügung. Die zu fördernden Themen werden vom Bundesgesundheitsministerium festgelegt. In der ersten Ausschreibung wurden unter anderem Vorschläge zur „Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und komplexem Behandlungsbedarf“ gesucht.

Die Leitlinienarbeit sei bisher vorwiegend aus bescheidenen Eigenmitteln der medizinischen Fachgesellschaften finanziert worden und basiere deshalb hauptsächlich auf dem großen ehrenamtlichen Engagement von Experten. Wegen der Vielzahl der Leitlinien und der hohen zeitlichen Belastung der Fachleute sei dieses Vorgehen schon lange an Grenzen gestoßen. Es sei sehr erfreulich, dass die Bedeutung von Leitlinien nun auch auf politischer Ebene erkannt wurde, so die DGPPN. (chb)

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende

Studie aus Schweden

Dermatozoenwahn – frühes Anzeichen von Demenz?

Lesetipps