Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Geheime Kommandosache

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Informationen über Arzneimittel, sofern sie von einem Hersteller direkt stammen, werden in Deutschland und Europa wie eine geheime Kommandosache behandelt. Die Tradition der Mediziner-Zunft, ihr Wissen um Krankheit und Therapie zu monopolisieren und zu mystifizieren, mischt sich mit der paternalistischen Sorge staatlicher Institutionen, Patienten könnten zum Opfer kommerzieller Interessen der Arzneimittelhersteller werden.

Im Grunde genommen sind derartige Informationsverbote Relikte aus vordemokratischen Zeiten. Sie entsprechen nicht den von Bürgern und Patienten selbst artikulierten Interessen, nicht ihren Fähigkeiten - und noch nicht einmal der Attitüde der praktizierenden Ärzte, die ganz überwiegend die Kooperation mit dem informierten Patienten bevorzugen.

Tatsache ist: Auch Patienten können mit Informationsvielfalt umgehen. Im Zweifel bleibt immer der Arzt gefragt. Höchst fragwürdig ist allerdings der immer politisch apostrophierte Anspruch auf eine sogenannte unabhängige Information. Der Verdacht liegt nahe, dass damit Wissens- oder zumindest Interpretationsmonopole eingerichtet werden sollen. Dass Standesvertretungen dabei an oberster Stelle mitmischen, zeigt: Es geht auch um Macht.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Der informierte Patient ist Realität - und die meisten Ärzte kommen damit klar

Lesen Sie dazu auch: Patienten wünschen sich viele Info-Quellen

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Juli-Sitzung des CHMP

Acht Pharma-Innovationen auf der Zielgeraden zur EU-Zulassung

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Konzepte gegen Ärzte- und Nachfolgermangel

Mit dem Blockpraktikum Lust auf den Landarztberuf machen

Lesetipps
Ein Hund streckt seine Zunge raus

© gismo2015 / Stock.adobe.com

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt

Die Sonne verschwindet hinter einer Mohnblüte in den dunklen Wolken

© Thomas Warnack/dpa

Aktuelle Daten

RKI: Fast 10.000 hitzebedingte Tote in diesem Jahr