Kommentar zum IV-Vertrag

Geld ist Zeit

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 07.08.2014, 17:54 Uhr

Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die Opfer von Misshandlungen oder Missbrauch geworden sind, passt nicht in die Routine des Systems. Die besondere Lage, in der sich die jungen Patienten befinden, erfordert viel Sensibilität und etwas, an dem es Ärzten meist mangelt: Zeit.

Die Mediziner brauchen viel Zeit für Gespräche, eine umfassende Anamnese, eine aufwändige Diagnostik und eine möglichst gerichtsfeste Dokumentation sowie den Austausch mit Sozialarbeitern, Psychologen, Polizisten oder Juristen.

Für das alles gibt es in der Vergütungssystematik keinen Platz. Die Mitarbeiter der Kinderschutzambulanz an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln wissen davon ein Lied zu singen. Weil die Krankenkassen die zusätzlich erbrachten Leistungen nicht bezahlen, muss die Klinik sie über Spenden finanzieren.

Mit der Barmer GEK schafft jetzt die erste Krankenkasse zumindest für ihre Versicherten Abhilfe. Das ist ein wichtiger Schritt. Dabei darf es aber nicht bleiben.

Die wichtige gesellschaftliche Aufgabe der Dattelner Ambulanz und vergleichbarer Einrichtungen darf nicht länger vom Wohlwollen der Spender oder Krankenkassen abhängen. Eine adäquate Vergütung muss zum Teil des Systems werden.

Lesen Sie dazu auch: Misshandlung: Ein IV-Vertrag für verletzte Kinder

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