Arzneimittelpolitik

Geschenke an Ärzte: Ministerin fordert strenge Regeln

DRESDEN (dpa). Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) fordert strengere Regeln für die Verordnung von Arzneimitteln.

Veröffentlicht:

"Neue gesetzliche Regelungen müssen her", sagte die Ministerin der dpa mit Blick auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs.

Der BGH hatte entschieden, dass sich Kassenärzte, die für die Verordnung von Arzneien Geschenke von Pharmaunternehmen entgegennehmen, nicht wegen Bestechlichkeit strafbar machen.

Das rechtlich korrekte Urteil benachteilige Kassen und Versicherte, so Clauß. Der Patient dürfe nicht davon ausgehen, dass eine Verordnung aus wirtschaftlichen statt medizinischen Gründen erfolge.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Olaf Grenzer

Bundespräsidenten und Co.

Langsam wird es wirklich unmöglich. Man muss ja denken, die Republik besteht nur noch aus korrupten Ärzten. Wo war denn die Politik bei Herrn Wulf, der als Ministerpräsident keine Scheu hatte diverse "private" Geschenke anzunehmen. Wo war da der Schrei nach mehr Kontrolle und neuen Gesetzen. Schön in Deckung sind die meisten geblieben. Die Sommerfeste beim Bundespräsidenten, bisher ein Stelldichein von Wirtschaftssponsoren, ganz ohne Hintergedanken natürlich. Korruption gibt es in allen Bereichen, nur wer kontrolliert. Es gibt bei den Ärzten die Kammern und KVen, letztere sind ja leider vereinzelt mit ihren Bonuszahlungen zu sehr beschäftigt. Hier gibt es sicherlich Nachgbesserungbedarf, damit die Berufsordnungen etc. auch befolgt werden. Bei den Krankenkassen will ich lieber nicht so genau hinschauen. Eine fast schon Hexenjagd, wie im Augenblick ist aber unverschämt! Auch nicht jeder Arzt, der mal ein Geschenk annimmt, stellt deswegen gleich wirtschaftliche Belange vor medizinische. Bei der GKV ist das allerdings üblich (wirtschaftlich und zweckmäßig). Wo bleibt denn die gut finanzierte pharmaunabhängige Forschung!??
Es ist an der Zeit, dass unsere Standesvertreter endlich mal vehement dieser Hexenjagd entgegentreten.


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