Bundeskabinett

Großveranstaltungen während Corona: Utrecht weckt Zweifel

Das „Infektions-Festival“ in Utrecht stellt Veranstaltungen auch in Deutschland infrage. Zudem gibt es Regierungspläne für die Finanzierung mobiler Luftreiniger.

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Mobiler Luftreiniger in Klassenzimmer.

Der Bund will die Länder mit 200 Millionen Euro bei der Anschaffung von mobilen Luftreinigern unterstützen. Die Geräte sollen in Kitas und Schulen eingesetzt werden.

© Annette Riedl / dpa

Berlin. Die Ereignisse in Utrecht haben offenbar vorerst keine Auswirkungen auf Großveranstaltungen in Deutschland. Bei dem Musikfestival in Holland am 3. und 4. Juli hatten sich wohl rund 1000 Besucher mit dem Coronavirus infiziert. In den Niederlanden liegt die Inzidenz derzeit bei einem Wert von rund 270, in Deutschland bundesweit bei 7,1.

Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche darauf geeinigt, in Deutschland noch im Juli Großveranstaltungen mit bis zu 25.000 Besuchern zuzulassen. In der Regierungspressekonferenz am Mittwoch wollten Journalisten daher wissen, ob die Ereignisse in Utrecht diese Einigung infrage stelle.

Hierzulande gebe es kein exponentielles Wachstum der Corona-Infektionen. Die Inzidenzen bewegten sich auf niedrigem Niveau, sagte der Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Veranstaltungen könnten nur unter Einhaltung strenger Hygienekonzepte stattfinden. Die Kriterien würden lageabhängig angepasst, sagte der Sprecher.

200 Millionen Euro für Lüfter

Zudem wird der Bund die Länder mit 200 Millionen Euro bei der Anschaffung von mobilen Luftreinigern unterstützen. Darauf hat sich das Bundeskabinett am Mittwoch geeinigt. Die Geräte sollen in Kindertagesstätten und Schulen eingesetzt werden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch vor der Bundespressekonferenz.

Die Verbraucherzentralen hatten bereits im März angemerkt, dass mobile Luftreiniger im Kampf gegen Corona weder die AHA-Maßnahmen noch das Lüften durch Öffnen der Fenster ersetzen könne.

Umweltbundesamt stellt Kriterien auf

Die Länder müssen sich der Vereinbarung zufolge mit mindestens 50 Prozent an den Anschaffungskosten der mobilen Luftreiniger beteiligen. Wie viele Geräte sich mit der möglichen Gesamtsumme von 300 Millionen Euro anschaffen ließen, wollte ein Sprecher des federführenden Wirtschaftsministeriums nicht abschätzen. Für stationäre Luftreinigungsanlagen in Kitas und Schulen hat der Bund, dem Wirtschaftsministerium zufolge bislang 75 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Das Umweltbundesamt sieht nach Angaben der Regierung ein Potenzial dieser Geräte, in nur eingeschränkt zu lüftenden Räumen einen Beitrag zur Luftverbesserung zu leisten. Das Amt werde „baldigst“ Kriterien für die Investitionsförderung benennen, sagte Seibert. (af)

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