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Honorarverteilung

HNO-Ärzte in Nordrhein prangern KV an

Die Honorarverteilung in Nordrhein stößt HNO-Ärzten sauer auf. Das HNOnet NRW prüft jetzt rechtliche Schritte gegen die KVNo.

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Alles rechtens? HNO-Ärzte in Nordrhein wehren sich gegen Honorarverteilung.

Alles rechtens? HNO-Ärzte in Nordrhein wehren sich gegen Honorarverteilung.

© Falko Matte / shutterstock.com

DUISBURG. Das Ärztenetzwerk HNOnet NRW prüft juristische Schritte gegen die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo), wie das Netzwerk mitteilt.

Hintergrund ist die Honorarverteilung für 2013. Im Januar hatten KVNo und Krankenkassen ein Honorarplus von 5,15 Prozent vereinbart. Daraufhin hob die KVNo die Fallwerte für das erste Quartal nachträglich an.

Doch auch mit einem Fallwert von jetzt 23,52 Euro könnten HNO-Ärzte in Nordrhein nicht kostendeckend arbeiten, kritisiert das HNOnet NRW.

Dr. Uso Walter, Vorstandsvorsitzender des Netzwerks, wirft der KVNo vor, ihren Sicherstellungsauftrag zu vernachlässigen, wenn sie Honorare zahle, die die laufenden Kosten nicht deckten und unterhalb der gängigen Honorare für HNO-Ärzte in Deutschland lägen. Die KVNo hätte die Chance verpasst, das Honorarplus von 128 Millionen Euro zum Verlustausgleich der stark unterfinanzierten Fachgruppen zu nutzen.

KVNo: Mehr rechtlich nicht möglich

Für die KVNo zielt die Kritik ins Leere. "Strukturelle Faktoren der Fachgruppe sind unter anderem für die niedrigen Umsätze verantwortlich", teilte ein Sprecher der KVNo auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" mit.

"Seit 2009 sind die HNO-Ärzte mit 17,6 Millionen Euro von der KVNo - und somit von anderen Fachgruppen - unterstützt worden", sagte der Sprecher. "Mehr ist im Rahmen der Honorarverteilung rechtlich nicht möglich."

Ebenfalls in der Verantwortung sieht das Ärztenetzwerk HNOnet NRW die Landesregierung.

"Völlig unverständlich ist für uns auch die Genehmigung dieser Honorarverteilung durch die grüne Landesgesundheitsministerin Steffens. Als zuständige Aufsichtsbehörde hätte das Landesgesundheitsministerium die Chance gehabt, die Fehlverteilung von Versichertengeldern durch die KV zu verhindern", sagte Walter. "So ist sie mit verantwortlich, wenn es vor allem in strukturschwachen Regionen zu weiteren Praxisschließungen kommt und die Versorgung hier in Zukunft nicht mehr gewährleistet ist".

Viele Leistungen fallen weg

Als Reaktion auf ihre Situation kündigten HNO-Ärzte in Nordrhein verkürzte Sprechzeiten - vielerorts bleiben HNO-Praxen freitags für Kassenpatienten geschlossen -, verringerte Leistungen und einen fortschreitenden Personalabbau an.

"Vor allem personal- und geräteintensive Leistungen wie aufwendige Schwindeldiagnostik, Untersuchungen des Hörgleichgewichtsnerven und Ultraschalluntersuchungen werden künftig aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr regelmäßig angeboten. Leistungen, die medizinisch nicht zwingend notwendig sind, bisher aber häufig noch ohne Zuzahlung erbracht wurden, müssen in Zukunft als Wahlleistung berechnet werden", führte Walter aus.

Eine Notfallversorgung sei aber in jedem Fall gewährleistet, so das HNOnet NRW. (chh)

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