Umfrage

Hausärzte als Schaltstelle im System bestätigt

Veröffentlicht:

HAMBURG. 88 Prozent der Deutschen halten die Rolle des Hausarztes als ersten Ansprechpartner für Patienten für wichtig. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage hervor, die der Deutsche Hausärzteverband im Vorfeld des 119. Deutschen Ärztetages in Auftrag gegeben hat.

Nach derselben Umfrage ist es 91 Prozent der Deutschen sehr wichtig oder wichtig, einen Hausarzt in der Nähe zu haben, an den sie sich im Krankheitsfall oder bei gesundheitlichen Beschwerden wenden können. Für die Umfrage hat Forsa im Mai 1000 Deutsche im Alter von mindestens 18 Jahren befragt.

"Das ist ein deutliches Signal, dass die Menschen Hausärzte im Zentrum der Versorgung sehen wollen", kommentiert Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzte-verbandes, die Ergebnisse der Umfrage nach einer Pressemitteilung des Verbandes.

Diese zentrale Rolle der Hausärzte sei auch nicht delegierbar, ohne die Qualität der Versorgung massiv zu gefährden. "Denn Hausärzte sind die Einzigen, die hierfür weitergebildet wurden. Das kann nicht von anderen Facharztgruppen quasi im Vorbeigehen miterledigt werden", so Weigeldt.

Die koordinierende Rolle der Hausärzte bei der krankheitsübergreifenden Betreuung von Patienten wird bei einer weiteren Antwort sichtbar: Die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gibt laut Umfrage an, dass sie bei einem Termin bei ihrem Hausarzt schon einmal mehrere gesundheitliche Beschwerden gleichzeitig besprochen haben.

Bei den über 60-Jährigen sind es 60 Prozent. "Dieses Ergebnis zeigt ganz deutlich: Die Hausärzte haben eine besondere Rolle, denn sie arbeiten nicht organ- oder krankheitszentriert, sondern ganzheitlich", kommentiert Weigeldt. Dieser Ansatz sei auch "besonders effizient".

Der Hausärzteverband fühlt sich durch die Ergebnisse der Umfrage bestätigt in seiner Strategie, mit Hausarztverträgen Patienten sinnvoll zu steuern, wobei der Hausarzt immer erster Ansprechpartner der Patienten sei.

 "Dieses Konzept, das für Versicherte und Ärzte freiwillig ist, funktioniert bereits für Millionen Patienten hervorragend. Die Qualität der Versorgung ist nachgewiesenermaßen höher. Über unsere Versorgungslandschaften sind auch immer mehr Fachärzte direkt in diese selektivvertraglichen Strukturen eingebunden", so Eberhard Mehl, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbandes.

In Anbetracht der aktuellen Situation der Selbstverwaltung sei es "die absolut richtige Entscheidung" gewesen, schon vor Jahren damit zu beginnen, "alternative hausärztliche Strukturen jenseits der Selbstverwaltung aufzubauen und flächendeckend umzusetzen", betont Mehl. (ger)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne aus Berlin

Die Glaskuppel zu Wartezeiten in Arztpraxen: Ultimative Fragen

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps