Sachsen-Anhalt

Herzinfarkt-Register droht das Aus

In keinem anderen Bundesland sterben so viele Menschen an einem Herzinfarkt wie in Sachsen-Anhalt. Doch das Geld für ein regionales Register fehlt.

Veröffentlicht: 15.12.2016, 06:27 Uhr
Herzinfarkt-Register droht das Aus

Negativer Spitzenplatz bei Herzsterblichkeit für Sachsen-Anhalt.

© Kzenon / Fotolia

MAGDEBURG. Sachsen-Anhalt nimmt nach wie vor bei der Herzsterblichkeit einen negativen Spitzenplatz ein. Belastbare Daten über die Ursachen sollte das 2013 von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ins Leben gerufene Regionale Herzinfarktregister (RHESA) bringen.

Doch nun steht das Register vor dem Aus, weil das Land eine weitere Finanzierung nicht sichern kann. In den kommenden Haushalt sind keine Mittel mehr für RHESA eingestellt.

Keine Gelder aus dem Innovationsfonds

Konkret geht es um etwa 172.000 Euro für ein Jahr. Mit den zusätzlich vom Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung gestellten 35.000 Euro könnten drei Personalstellen sowie Sachmittel finanziert werden. "Damit wäre das Projekt sparsam, aber arbeitsfähig ausgestattet", sagt Professor Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Das Sozialministerium hatte auf Gelder aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gehofft. Doch der hat vor wenigen Tagen entschieden, das Projekt nicht fördern.

Plan B? Fehlanzeige!

"Obwohl RHESA im Koalitionsvertrag verankert ist, haben die zuständigen Mitarbeiter des Ministeriums offensichtlich noch keinen Plan B für die weitere Finanzierung", sagt die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Simone Heinemann-Meerz, die in Halle niedergelassene Kardiologin ist.

Wird das regionale Herzinfarktregister nicht weitergeführt, bleiben die bis dato gesammelten Daten unausgewertet. Schlüsse für die künftige Versorgung von Herzinfarktpatienten könnten dann nicht gezogen werden.

Zudem wären die bis dato investierten Mittel der Krankenkassen, der Deutschen Herzstiftung, des Landes Sachsen-Anhalt und des Bundesgesundheitsministeriums faktisch in den Sand gesetzt. Uni-Dekan und Kammerpräsidentin appellierten deshalb an Ministerpräsident Haseloff, seine "Herzensangelegenheit" nicht sterben zu lassen. (zie)

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