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G7-Gipfel

Hilfsorganisationen kritisieren Impfstoffspende als „Ablenkungsmanöver“

2,3 Millionen Corona-Impfdosen will die G7-Gruppe ärmeren Ländern spenden. Hilfsorganisationen reicht das nicht, sie fordern eine Aussetzung des Patentschutzes.

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G7-Gipfeltreffen in Cornwall: Queen Elizabeth II (Mitte) trifft sich mit den Regierungschefs der reichen Industriestaaten G7.

G7-Gipfeltreffen in Cornwall: Queen Elizabeth II (Mitte) trifft sich mit den Regierungschefs der reichen Industriestaaten G7.

© Photoshot / picture alliance

Carbis Bay. Die Überlegungen der reichen Industrienationen (G7) für eine Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen an ärmere Länder bis Ende nächsten Jahres sind als „Ablenkungsmanöver“ und unzureichend kritisiert worden. Entwicklungsorganisationen sprachen am Sonntag auf dem G7-Gipfel im englischen Carbis Bay in Cornwall von einem „Verwirrspiel mit Zahlen“. Auch die neuen Pläne gingen angesichts der benötigten elf Milliarden Impfdosen nicht weit genug.

„Das hört sich besser an, als es ist“, sagte Fiona Uellendahl vom Kinderhilfswerk World Vision. Es reiche bei weitem nicht. „Die G7 werfen eine Nebelkerze.“ Sie wollten davon ablenken, dass sie gegen eine Freigabe des Patentschutzes seien. „Ein globaler Plan zur Bekämpfung der Pandemie sieht anders aus.“ Langfristig müsse in Forschung und Produktion in den ärmeren Ländern investiert werden.

Forderung: Mehr in die Produktion in ärmeren Ländern investieren

„Dass Kanzlerin Angela Merkel nach wie vor eine Aussetzung des Patentschutzes blockiert, ist unverständlich und empörend“, sagte Jörn Kalinski von Oxfam International. In allen Regionen der Welt müsse die Produktion von Impfstoffen aufgebaut werden, um die strukturellen Ursachen für die ungerechte Verteilung zu beseitigen.

„Dazu sind die Aussetzung des Patentschutzes, der Technologie- und Know-how-Transfer und Investitionen in Produktionskapazität nötig“, sagte Kalinski.

Merkel hatte am Samstag angekündigt, dass die G7-Gruppe die Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen wolle. Vor dem Gipfel war noch von rund einer Milliarde Dosen die Rede. Ob es sich dabei nur um Spenden oder auch um Exporte oder die Finanzierung der internationalen Impfinitiative Covax handelt, blieb zunächst unklar.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UN-Generalsekretär Antonio Guterres halten auch weit größere Anstrengungen für nötig als bisher geplant. Die WHO schätzt den Bedarf auf elf Milliarden Impfdosen. (dpa)

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