Gesundheitsinfos im Web

IQWiG plant nationales Gesundheitsportal

Schlechte Karten für Dr. Google: Das IQWiG will die Suche nach Online- Gesundheitsinfos sicherer und transparenter machen.

Veröffentlicht: 10.09.2018, 12:03 Uhr

NEU-ISENBURG. Zu viele Bundesbürger surfen auf der Suche nach Gesundheitsinformationen mehr oder weniger orientierungslos im Internet herum. Das Bundesgesundheitsministerium sieht Handlungsbedarf.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat deshalb im Auftrag des BMG ein Konzept für ein nationales Gesundheitsportal erarbeitet und nun veröffentlicht.

Kern des Modells: Anbieter von evidenzbasierten Informationen zu Gesundheitsfragen einigen sich – freiwillig und eigenständig – auf gemeinsame Qualitätsstandards, sie stellen als sogenannte Content-Partner ihre Inhalte auf einer kooperativen Plattform, dem nationalen Gesundheitsportal, bereit.

Nach einem öffentlichen Stellungnahmeverfahren liegt das Konzept inzwischen beim BMG, das die nächsten Schritte einleiten muss.

"Wir empfehlen, das Portal schrittweise aufzubauen, sodass jeder Schritt auf die Bedürfnisse von Bürgern abgestimmt werden kann", erklärt Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation im IQWiG.

Vor allem bei der Suche und Bewertung von Gesundheitsinformationen benötigen Bürger Unterstützung, ist das IQWiG überzeugt. Im Internet entscheiden kommerzielle Suchmaschinen wie Google, welche Informationen gesehen werden und welche nicht. "Ob eine Information auf dem aktuellen Stand des Wissens beruht, spielt für vieles im Internet aber keine Rolle", sagt Koch.

Eigene Suchmaschine geplant

Das Portal soll dem Konzept zufolge deshalb im ersten Schritt eine eigene Suchmaschine anbieten, die nur auf nachweislich qualitätsgesicherte Inhalte verweist.

Zudem sollte von Anfang an eine Orientierungs- und Navigationshilfe zum Beispiel für gesundheitliche Beratungs- und Unterstützungsangebote vorhanden sein.

Das Modul müsse auf eine breite Zielgruppe ausgerichtet werden und könne dann schrittweise bis zum Aufbau eines "Vollportals" erweitert werden, so Koch.

Das Portal soll insbesondere auch Berufsgruppen unterstützen, die Patienten beraten. Somit könnten zumindest indirekt auch Menschen einen Nutzen ziehen, die sich nicht selbst im Internet informieren.

Der Träger, so das IQWiG weiter, muss frei von kommerziellen Interessen, gemeinnützig und wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet sein.

Zugleich erfordere das Modell eine hohe Dialogbereitschaft. Insgesamt schätzt das IQWiG die jährlichen Kosten für den Portalbetrieb in der finalen Ausbaustufe auf etwa fünf Millionen Euro. (fuh)

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