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IV-Vertrag in Berlin soll Zahl der Frühchen senken

Fast fünf Prozent aller Neugeborenen in Berlin sind Frühgeburten. Diese Zahl soll durch verstärkte Vorsorge und Kooperation um zehn Prozent gesenkt werden, hofft die DAK.

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Eine Mutter mit ihrem Neugeborenen, das mit 1480 Gramm auf die Welt gekommen ist.

Eine Mutter mit ihrem Neugeborenen, das mit 1480 Gramm auf die Welt gekommen ist.

© dpa

BERLIN (ami). Weniger Frühchen in Berlin - das ist das Ziel eines neuen Integrationsversorgungsprojektes der DAK mit Frauenärzten und Perinatalzentren.

Mit dem Projekt "Willkommen Baby" sollen Risikoschwangerschaften besser erkannt und überwacht werden, um Frühgeburten zu vermeiden. Die Kasse hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Um zehn Prozent will sie die Frühgeburtenrate in der Stadt senken.

Mit rund 1700 Frühgeburten kamen nach Angaben der DAK im vergangenen Jahr in Berlin fast fünf Prozent aller Berliner Kinder zu früh auf die Welt - Tendenz steigend.

"Jedes Frühgeborene ist für die Mutter und die gesamte Familie eine große Herausforderung", sagt Gabriela Slawik, DAK-Vertragschefin für Berlin und Brandenburg. 60 Prozent der Frühgeborenen litten lebenslang an körperlichen oder psychischen Störungen, berichtete sie.

Um die Frühchen-Rate zu senken, setzt das Projekt auf zusätzliche Ultraschalluntersuchungen und die Selbstmessung des Säuregehaltes der Scheide, die Hinweise auf Infektionen geben kann. Die Frauen erhalten bei Beginn der Schwangerschaft eine Checkliste, die wichtige Risikofaktoren erfassen soll.

"Die Schwangere erhält so bereits sehr früh die Möglichkeit, vermeidbare Risikofaktoren auszuschalten. Ein früher Ultraschall erlaubt zudem eine Aussage zum korrekten Sitz und der zeitgerechten Entwicklung des Babys", sagt Dr. Stefan Skonietzki, der Berliner Landeschef des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Kündigt sich trotz der erweiterten Vorsorge eine Frühgeburt an, bringt der Frauenarzt die Schwangere sofort im Spezialzentrum unter. "Jeder Tag, den wir die Geburt herauszögern können, erhöht die Chance auf ein gesundes Leben des Neugeborenen", sagt Professor Hermann Girschick, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Vivantes Klinikum im Friedrichshain.

An dem Spezialisten-Netz wirken derzeit 139 von etwa 570 Berliner Frauenärzten mit. Eingebunden sind zudem sieben Perinatalzentren Berlins der Stufe 1, die auf Frühgeburten mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm spezialisiert sind.

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