Berufspolitik

Im DMP bekommen Ärzte ein Feedback und verbessern sich

KÖLN (iss). Die nachgewiesenen positiven Effekte der Behandlung von Patienten in Disease Management Programmen (DMP) dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden, fordert der zweite Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe Dr. Wolfgang-Axel Dryden.

Veröffentlicht:
Arzneimitteltherapie wird im Disease-Management-Programm intensiver und effektiver.

Arzneimitteltherapie wird im Disease-Management-Programm intensiver und effektiver.

© Foto: fotolia

"Auch nach Einführung des Gesundheitsfonds und des neuen morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs müssen die DMP erhalten bleiben", sagt Dryden.

Der Zwischenbericht für das DMP Koronare Herzkrankheit der AOK Westfalen-Lippe hat ergeben, dass durch die strukturierte Behandlung die Rate von Herzinfarkten und anderer erstmalig aufgetretener akuter Herzereignisse gesunken ist, sich die Blutdruckwerte und die Cholesterinwerte verbessert und die Patienten eine optimierte Arzneimittelversorgung erhalten haben.

Ein großer Vorteil der Arbeit mit DMP sei für die Ärzte, dass sie die Ergebnisse ihrer Arbeit über halbjährliche Benchmark-Berichte regelmäßig widergespiegelt bekommen, sagt Dryden.

"Die Rückkopplung über die Entwicklung der Parameter meiner Patienten und der Vergleich mit Kollegen ist für mich als Arzt ein Riesenvorteil", sagt er. Der Arzt könne sofort erkennen, wo er noch Verbesserungsmöglichkeiten hat. "Das wünscht sich jeder Kollege." Ursprünglich standen Ärzte den DMP eher reserviert gegenüber.

Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft, die Prognos AG und das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands hatten die Daten von fast 34 000 Patienten aus dem Zeitraum zweites Halbjahr 2004 bis erstes Halbjahr 2006 ausgewertet. Von ihnen waren 61,5 Prozent männlich, das Durchschnittsalter betrug 67,8 Jahre.

Die Institute werten bundesweit die DMP-Daten der AOKen aus, für Westfalen-Lippe liegt jetzt der erste Zwischenbericht vor. Die Kostenentwicklung im DMP ist für den Zwischenbericht noch nicht analysiert worden, dieser Aspekt folgt im Abschlussbericht, der im Januar 2009 für alle AOKen veröffentlicht werden soll.

Dieser Bericht werde auch einen Vergleich der regionalen Entwicklungen ermöglichen, sagt der Sprecher der Kasse Karl-Josef Steden. "Wir wollen aus den anderen Programmen lernen, um unser DMP weiter zu verbessern." Sobald die rechtlichen Grundlagen dafür geschaffen sind, will die AOK Westfalen-Lippe das DMP um ein Modul für Versicherte mit Herzinsuffizienz erweitern. "Der Zwischenbericht zeigt, dass die Behandlung im DMP ein Riesenvorteil für Patienten ist", so Steden.

Lesen Sie dazu auch: DMP boostert die Arzneitherapie

Mehr zum Thema

Versorgung psychisch Kranker

Die Ziele der neuen KSVPsych-Richtlinie

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Chronischer Pruritus: Heftigster Juckreiz

© Aleksej / stock.adobe.com

Therapeutischer Dreiklang

Was sich gegen ständiges Jucken tun lässt

Mehr Inzidenzen = ein guter Grund für den dritten Piks? Einige im Gesundheitssystem vertrauen dieser Rechnung.

© Fokussiert / stock.adobe.com

COVID-19-Pandemie

Hohe Inzidenz lässt Ruf nach mehr Drittimpfungen lauter werden