Kommentar – Pädiatriekongress

Inklusion – nicht nur Dogma

Von Raimund SchmidRaimund Schmid Veröffentlicht:

Kein Kind wird zurückgelassen, so lautete das Motto des Kongresses der Fachgesellschaften in der Pädiatrie in Leipzig. Die über 2000 Teilnehmer wollten es daher kaum glauben, wie viele Kinder gerade bei der Inklusion zurückgelassen werden.

Die Politik ist also wieder einmal wortreich vorgeprescht, hat aber nicht geliefert. Die Inklusion als politisches Dogma durchzuboxen, ohne dafür die räumlichen, personellen und finanziellen Strukturen zu schaffen, ist gescheitert.

Doch in Leipzig wurden auch Lösungen präsentiert: Inklusion mit Bedacht, das war die politische Botschaft dieses Kongresses. Dazu gehört, die strukturellen Rahmenbedingungen für die Inklusion zu verbessern und alle Schulformen weiter offenzuhalten, weil Förderschulen für manche Kinder einfach die bessere Alternative sind.

Vor allem aber müssen künftig mehr Gesundheitsfachkräfte in Inklusionsschulen verankert werden. Auch die Ärzte müssen ihren Sachverstand viel mehr einbringen können, als dies derzeit der Fall ist.

Dafür müssen sie sich aber besser wappnen. Inklusion muss bereits im Medizinstudium beginnen. Denn nur der medizinische Nachwuchs wird auf Dauer sicherstellen können, dass künftig tatsächlich kein Kind mehr zurückgelassen wird.

Lesen Sie dazu auch: Kongress der Kinder- und Jugendärzte: Pädiater fordern mehr ärztlichen Sachverstand bei der Inklusion

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