Gendermedizin

Internet bringt „Männer-Klischees“ ins Wanken

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Berlin. Männer in Deutschland sind Vorsorgemuffel. Drei Viertel kennen die Krebsvorsorgeangebote, aber nur ein Drittel nehmen sie wahr. Frauen kommen auf den doppelten Wert. Auf diese Aussagen mochte die Chefin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Heidrun Thaiss zur Eröffnung der 5. Männergesundheitskonferenz am Dienstag in Berlin nicht verzichten.

In Zeiten der Digitalisierung wird die Analyse der geschlechtsspezifischen Prävention künftig möglicherweise differenzierter ausfallen müssen, um zu treffenden Aussagen zu kommen. Auch darauf verwiesen Thaiss und weitere Impulsgeber der Konferenz.

Ob nämlich Frauen oder Männer „technikverliebter“ seien, sei nicht geklärt, bemerkte Dr. Andreas Waltering vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Zudem seien bei Gesundheitsinformationen über Webseiten und bei Apps echte Geschlechterzuordnungen noch schwer auszumachen. Von den 100.000 Gesundheits-Apps in Deutschland sei rein genderspezifische Kommunikation vorerst nicht zu erwarten. Lediglich 2500 davon hätten Downloads im 50.000er-Bereich. Genutzt würden diese Apps im Schnitt gerade einmal 48 Tage, meldet der Branchenverband Bitkom. Eher als die geschlechtsspezifische Ausrichtung müsse eine mögliche Spaltung in digitalaffine und andere Menschen im Blick behalten werden, sagte Waltering.

Was die pathologischen Auswirkungen des Internets angeht, unterscheiden sich die Geschlechter wenig, berichtete Professorin Christine Eichenberg aus Wien. Abhängigkeiten bis hin zur Cyber-Sex-Sucht träten bei beiden Geschlechtern auf. Mädchen tendierten eher zu Social Media, Jungen zu Online-Spielen.(af)

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